Herzlich willkommen in der Welt der lautlosen Gefahr – oder in anderen Worten: dem schleichenden Verfall, den wir alle so gekonnt ignorieren, bis das Bein blau wird oder die Pumpe streikt. Wenn Sie dachten, dass Sie mit ein bisschen Garteln und dem täglichen Kreuzworträtsel schon genug für Ihre „Gefäßgesundheit“ getan haben, müssen wir Sie leider enttäuschen.
In einem aktuellen Podcast des Springer Medizin Gefäßforums haben Prim. Dr. Afshin Assadian und Dr. Miriam Kliewer (beide von der Klinik Ottakring) Tacheles geredet. Und nein, das ist kein trockenes Ärzte-Latein für die Fachwelt, sondern ein dringender Weckruf für jede und jeden, die•der plant, ihren•seinen nächsten Geburtstag noch in aufrechter Haltung zu erleben.
Gefäßgesundheit: Wenn Ihre Arterien zur lautlosen Gefahr werden
Gefäßerkrankungen sind wie der unhöfliche Gast auf einer Party, der sich reinschleicht, den Kühlschrank leert und erst bemerkt wird, wenn das Buffet ruiniert ist. Arteriosklerose, Aneurysmen oder venöse Probleme entstehen über Jahrzehnte. Das Gemeine daran? Sie bleiben lange vollkommen symptomlos. Man fühlt sich fit, geht vielleicht sogar regelmäßig spazieren, und währenddessen arbeiten sich die Ablagerungen fleißig durch das Leitungssystem Ihres Körpers.
Laut den Experten im Podcast (nachzuhören unter: https://www.springermedizin.at/podcasts/gefaesschirurgie/assadian-kliewer-gefaessforum/51709366) sind mittlerweile über 1,5 Millionen Menschen in Österreich von Gefäßerkrankungen betroffen. Das ist keine kleine Randgruppe, das ist fast jeder sechste. Die Konsequenzen? Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Beinamputationen. Klingt dramatisch? Ist es auch. Vor allem, weil viele dieser Ereignisse durch rechtzeitiges Handeln absolut vermeidbar wären.

Die üblichen Verdächtigen: Risikofaktoren, die Sie kennen (sollten)
Wir wissen es alle, aber wir ignorieren es gerne: Rauchen, Bluthochdruck und ein erhöhtes LDL-Cholesterin sind die besten Freunde des Gefäßchirurgen – zumindest sichern sie dessen Arbeitsplatz. Wer seine Arterien wie ein altes Abflussrohr mit Fett und Nikotin zusetzt, darf sich nicht wundern, wenn der Druck irgendwann zu hoch wird.
Doch es gibt einen entscheidenden Punkt, den Dr. Assadian und Dr. Kliewer betonen: Es trifft eben nicht nur die „ganz Alten“. Die Grundlagen für den Gefäß-Gau werden oft schon viel früher gelegt. Wer also glaubt, erst mit 70 über ein Screening nachdenken zu müssen, hat den Schuss – oder eher den Verschluss – nicht gehört.
Vorsorge ist keine Feigheit, sondern Überlebensstrategie
Die gute Nachricht: Man muss nicht gleich das ganze Leben umkrempeln (auch wenn weniger Schnitzel und mehr Bewegung sicher nicht schaden würden). Ein zentraler Pfeiler der modernen Gefäßmedizin ist das Screening.
- Ultraschall der Bauchschlagader
Eine völlig schmerzfreie Untersuchung, die Leben rettet. Ein Aneurysma (eine Aussackung der Schlagader) merkt man nicht. Man spürt es nicht. Es tut nicht weh. Bis es reißt – und dann ist meistens Ende im Gelände. - Früherkennung
Durch einfache, nicht-invasive Verfahren lässt sich der Zustand der Gefäße heute präzise bestimmen.
Wer sich näher informieren möchte, findet auf der Seite des Gefässforum Österreich (https://www.gefaessforum.at/) umfangreiche Informationen und sogar eine Video-Reihe namens „Gefäßmedizin in 60 Sekunden“, für alle, deren Aufmerksamkeitsspanne durch Social Media bereits auf das Niveau eines Goldfisches geschrumpft ist.
Die Zukunft der Gefäßmedizin: Von Telemedizin bis Hightech
Interessanterweise entwickelt sich die Medizin schneller als unsere schlechten Angewohnheiten. Im Podcast wird deutlich, dass moderne diagnostische Verfahren und sogar telemedizinische Angebote eine immer größere Rolle spielen. Wir reden hier nicht mehr nur von der großen, offenen Operation am offenen Herzen (obwohl die Chirurgen an der Klinik Ottakring das natürlich beherrschen). Die Trends gehen klar in Richtung minimal-invasiver, katheterbasierter Eingriffe.
Trotzdem bleibt die Botschaft der Experten klar: Die beste Operation ist die, die gar nicht erst stattfinden muss. Halten Sie Ihre Gefäße am Leben, bevor diese entscheiden, den Dienst zu quittieren.

Fazit für alle AlterNEUdenker
Wir bei AlterNEUdenken predigen ja oft, dass das Alter eine Frage der Einstellung ist. Aber Ihre Arterien scheren sich nicht um Ihre positive Einstellung, wenn sie verstopft sind. Nehmen Sie die Warnungen von Profis wie Dr. Assadian ernst. Gefäßgesundheit ist kein Thema für „später“. Es ist ein Thema für heute.
Für alle, die jetzt panisch ihren Puls suchen oder wissen wollen, ob ihr LDL-Wert sie demnächst umbringt: Hören Sie sich den Beitrag bei Springer Medizin in voller Länge an. Es ist besser, jetzt 20 Minuten zuzuhören, als später Wochen im Krankenhaus zu verbringen.
Hier geht es zum vollständigen Podcast für alle, die es genau wissen wollen:
https://www.springermedizin.at/podcasts/gefaesschirurgie/assadian-kliewer-gefaessforum/51709366
Und falls Sie noch mehr Lesestoff zum Thema „Wie überlebe ich mein eigenes Altern?“ suchen, schauen Sie regelmäßig in unsere Rubrik Körper & Geist (https://www.alterneudenken.com/koerper-geist/) rein. Dort gibt es zwar keine Wunderpillen, aber wenigstens die ungeschönte Wahrheit ;)
In diesem Sinn: Bleiben Sie gesund – oder fangen Sie zumindest gleich einmal damit an.
(Bilder: AdobeStock)

