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    Home»Kunterbunt»Batterien richtig entsorgen – nicht zuletzt unserer Umwelt zuliebe
    Alte Batterien. (c) Pixabay.com

    Batterien richtig entsorgen – nicht zuletzt unserer Umwelt zuliebe

    17. Feb. 20207 Mins Lesezeit

    Hand auf´s Herz: wer hätte es gewußt, dass am 18. Februar der italienische Physiker Alessandro Graf von Volta [1745 – 1827] Geburtstag gehabt hätte? Und obwohl in seinem Namen schon ein Hinweis zu finden ist, stellt sich für viele trotzdem die Frage: Und wer war das? Nun, Herr von Volta ist u.a. der Erfinder der Batterie – und ihm zu Ehren wurde der 18.02. zum internationalen Tag der Batterie erklärt. Grund genug, um in diesem Zusammenhang auf die Wichtigkeit der richtigen Entsorgung von Batterien hinzuweisen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Umweltgerechte Entsorgung von Alt-Batterien ist wichtig
    Entsorgungsbewusstsein schärfen
    Der Ton gegenüber der Einstellung zum Recycling macht die Musik
    Händler müssen Batterien zurücknehmen, Konsumenten müssen mithelfen

    Umweltgerechte Entsorgung von Alt-Batterien ist wichtig

    Wir kennen das: leere Batterien und Akkus von alten Elektrogeräten werden oft in Schubladen oder im Keller aufbewahrt. Dabei sind darin wichtige Bestandteile wie Nickel, Mangan, Kobalt, Kupfer und Lithium enthalten, die – richtig verwertet – wertvolle Rohstoffe sind und in der Industrie wiederverwendet werden. Damit wird wiederum der Abbau von natürlichen Ressourcen reduziert.

    Und um das ein wenig mit Zahlen zu verdeutlichen: allein in Österreich werden rund 80.000 Tonnen an Elektroaltgeräten und 2.500 Tonnen Batterien gesammelt. Pro Jahr wohlgemerkt!

    Allerdings stellen falsch gelagerte Batterien und Akkus auch ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko für Mensch und Umwelt dar: So können Beschädigungen oder Erwärmung Kurzschlüsse und im schlimmsten Fall unkontrollierte Reaktionen wie Brände hervorrufen. Stromspeicher, die Quecksilber und andere Schwermetalle enthalten, können sogar giftige Emissionen verursachen – eine Tatsache, über die laut einer aktuellen Studie[1] vor allem Niederösterreicher und Burgenländer sowie ältere Menschen Bescheid wissen.

    Gestapelte alte Batterien von vorne. (c) UFH
    Wenn man bedenkt, dass so eine Batterie je nach Typ nur ein paar dutzend Gramm wiegt, bekommt man ein Gefühl dafür, wie groß ein Berg von 2.500 Tonnen Batterien sein muss – und wir sprechen „nur“ von Österreich.

    Entsorgungsbewusstsein schärfen

    In Österreich kauft im Schnitt jeder Verbraucher 17 Batterien pro Jahr. Allerdings werden nur rund 45 Prozent der Altbatterien fachgerecht entsorgt. Der Rest schlummert eben in den Schubladen der Besitzer oder landet im Restmüll.

    „Das Entsorgungsbewusstsein muss dringend geschärft werden. Heutzutage sind in vielen Elektro- und Elektronikgeräten, die uns immer öfter durch den Alltag begleiten – vom Handy über das praktische Küchen- oder Haushaltsgerät bis hin zum E-Scooter – vor allem Lithium Ionen-Batterien eingebaut. Diese sollten nicht zu Hause gesammelt und aufbewahrt werden, oder – noch schlimmer – im Restmüll entsorgt werden, weil sie zum einen wertvolle Sekundärrohstoffquellen und darüber hinaus Gefahrenquellen darstellen können“, erklärt Marion Mitsch, Geschäftsführerin der UFH Holding –  ein Unternehmen, das führend im Bereich Sammeln- und Verwerten von Elektroaltgeräten, Altlampen und Altbatterien tätig ist.

    Gerade Lithium-Batterien sind mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Trotz des Vormarsches der Lithium-Batterien geben allerdings mehr als die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher in einer Studie der ERA[2] an, den Unterschied zwischen Alkali- und Lithium-Batterien nicht zu kennen. Und jene Personen, die den Unterschied kennen, machen dennoch zu 65 Prozent keinen Unterschied bei der Entsorgung.

    Für ERA Geschäftsführer Thomas Maier ist hier noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten: „Im Vergleich zu anderen Batterietypen weisen Batterien aus Lithium-Ionen eine höhere Effizienz auf, sie sind aber bei unsachgemäßer Entsorgung im wahrsten Sinne brandgefährlich. Werden sie erhitzt oder mechanisch beschädigt, beginnen sie häufig zu brennen. Was bei anderen Batterietypen so gut wie nie vorkommt, ist bei Lithium-Batterien leider eher die Regel. Daher muss man Lithiumbatterien und Elektrogeräte, in denen sie eingebaut sind, sorgsam behandeln – das gilt auch, wenn sie weggeworfen werden.“

    Dass in vielen Geräten Lithium-Batterien vorkommen, ist übrigens sechs von zehn Befragten nicht bewusst. Und fast drei Viertel der Befragten unterschätzen die Gefährlichkeit alter Lithium-Batterien.

    Der Ton gegenüber der Einstellung zum Recycling macht die Musik

    Vor allem junge Österreicher unter 30 Jahren kennen sich beim Thema Batterierecycling deutlich schlechter aus – nur jedem Dritten ist die fachgerechte Entsorgung überhaupt ein Anliegen. Bei den über 60-Jährigen sind es 71 Prozent! Hans Roth, Präsident des VOEB: „Diese Zahlen sind sehr beunruhigend. Wir müssen daher vor allem junge Menschen aufklären, wo überall Lithiumbatterien versteckt sind, wie man sie korrekt entsorgt und so gefährliche Brände verhindert.“

    Große Unterschiede gibt es auch beim Wissen darüber, dass Batterien wiederverwertbare, wertvolle Rohstoffe enthalten: Das bestätigen nämlich 61 Prozent der über 60-Jährigen, aber nur 29 Prozent der unter 30-Jährigen. Weiters kennen 78 Prozent der Niederösterreicher und Burgenländer die nächstgelegene Batterie-Sammelstelle, aber nur 51 Prozent der Steirer und Kärntner. Dass brandgefährliche Lithiumbatterien in Handys verbaut sind wissen 81 Prozent der Befragten, aber nur 18 Prozent vermuten sie auch zum Beispiel in einem Stabmixer.

    Infobox

    Produkte mit Lithiumbatterien [Auswahl]
    Notebook, Smartphone/ Handy, Tablet, E-Scooter, E-Bike, Akku-Bohrer, Gartengeräte wie Rasenmäher, Heckenschere, etc., blinkende Kinderschuhe, Digitalkamera, Staubsauger, Spielzeug, Taschenlampe, elektronische Grußkarten, Stabmixer, Schreibtischlampe.

    Egal ob es um die Eigenschaften von Batterien, die Gefahrenpotenziale oder die vorbildhafte Entsorgung geht: Niederösterreicher und Burgenländer schneiden in der Batteriestudie des VOEB am besten ab. Sie wissen, dass Geräte mit Lithium-Batterien keinen hohen Temperaturen ausgesetzt werden sollen, alte Batterien gratis bei allen Sammelstellen entsorgt werden müssen, und dass besonders leistungsstarke Lithium-Batterien gefährliche Brände verursachen können. Oberösterreicher und Salzburger erreichen ebenfalls gute Werte: Ihnen ist bewusst, dass Batterien wertvolle Rohstoffe enthalten und dass mehr als 50 Prozent davon wiederverwertet werden können – und sie kennen den Unterschied zwischen Alkaline- und Lithiumbatterien.

    Alte Smartphones. (c) Pixabay.com
    Dass brandgefährliche Lithiumbatterien in Handys verbaut sind wissen 81 Prozent der Österreicher*innen, aber nur 18 Prozent vermuten sie auch in einem Stabmixer.

    Händler müssen Batterien zurücknehmen, Konsumenten müssen mithelfen

    Um Batterien fachgerecht zu entsorgen, gibt es in Österreich über 2.000 kommunale Sammelstellen. Dort können sämtliche Alt-Batterien und Akkus abgegeben werden, die in weiterer Folge umweltgerecht entsorgt bzw. wiederverwertet werden. Im Übrigen sind Hersteller oder Importeure von Geräten und Batterien gesetzlich dazu verpflichtet, an einem Sammel- und Verwertungssystem teilzunehmen. Händler wiederum müssen Batterien – unabhängig von einem Neukauf – von den Verbrauchern zurücknehmen. Hier gibt es mit der Batterieverordnung eine klare gesetzliche Regelung.

    Aber das beste Sammelsystem ist wirkungslos, wenn es nicht genutzt wird. Konsumenten sind daher aufgerufen, Batterien und Akkus bei den Sammelstellen oder bei den Händlern selbst zurückzugeben. Die Entsorgung ist für Verbraucher kostenlos.

    Wenn Lithiumbatterien im Restmüll landen, können sie sich bereits bei kleinster Reibung entzünden und gefährliche Brände verursachen: in Mülltonnen, LKWs und Recyclinganlagen – aber auch in den eigenen vier Wänden. Insgesamt landen derzeit mehr als 1,4 Millionen brandgefährliche Lithiumbatterien jährlich im Restmüll – Tendenz steigend. Daher ist jede/ r von uns dazu aufgerufen, Produkte mit Lithiumbatterien ausschließlich in den dafür vorgesehenen Sammelboxen im Handel oder bei Sammelzentren getrennt zu entsorgen. Aber auch die Hersteller sind gefragt: Elektro- und Elektronikgeräte sollten so konzipiert sein, dass Batterien entsprechend gekennzeichnet und durch den Endnutzer ausbaubar sind.

    Abhängig von der Art der Batterie ermöglichen funktionierende Sammelsysteme und moderne Verfahren eine sehr hohe Recyclingrate von über 80 Prozent. Im Sinne einer gut funktionierenden Kreislaufwirtschaft muss diese noch erhöht werden, sodass nicht nur Schwermetalle wie Blei und Cadium, sondern auch Kobald, Nickel und eben auch Lithium verstärkt zurückgewonnen werden. Ein wichtiger Schritt in dem Zusammenhang ist die neue EU-Batterie-Richtlinie, die das vorsieht.

    „Werden Elektroaltgeräte fachgerecht entsorgt, ist es möglich, bis zu 85 Prozent stofflich zu recyceln. Bei Batterien können – je nach Batterietyp – mehr als 50 Prozent wiederverwertet werden. Der Stellenwert, den fachgerechte Entsorgung somit auch puncto Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung einnimmt, ist nicht von der Hand zu weisen“, so ERA Geschäftsführer Thomas Maier abschließend.


    [1] Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe [VOEB] beauftragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com mit der Befragung über 500 webaktive Österreicher*innen im Alter zwischen 14 bis 69 Jahren zu den Themen Wissen, Entsorgung und Gefahren von Batterien im Oktober 2019.

    [2] Im Auftrag der Elektro Recycling Austria GmbH [ERA] befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com im Februar 2019 über 500 Österreicher*innen im Alter zwischen 18 bis 69 Jahren zu Entsorgung, Unterschied und Gefahreneinschätzung alter Lithium- und Alkali-Batterien.

    (Bilder: Pixabay.com, UFH, Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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