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    Home»Freizeit & Reise»Reisemagazin»Einsteigen und los gehts: [Sommer-]Urlaub mit dem Wohnmobil
    Ein Wohnmobil, das bei Sonnenuntergang in Richtung Horizont fährt. (c) Pixabay.com

    Einsteigen und los gehts: [Sommer-]Urlaub mit dem Wohnmobil

    3. Juni 20208 Mins Lesezeit

    Einsteigen, Türe zu, Motor starten und einfach mal der Nase nach – und dort, wo es einem gefällt, stehen bleiben, abschalten und die Zeit genießen. Klingt nach absoluter Freiheit und unvergesslichen [Urlaubs-]Momenten. Und das Beste daran: mit einem Wohnmobil sind sie jederzeit dabei :).

    Einige Patzer können allerdings aus dem erhofften Camping-Traumurlaub durchaus einen Alptraum machen. Daher haben wir hier für sie zusammen gefasst, worauf sie bei einem Urlaub mit einem Wohnmobil achten sollten.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Ganz nah dran sein an der Natur
    Kaufen oder mieten?
    Ausstattung des Wohnmobils
    Bevor es wirklich los geht
    In Etappen fahren, nicht bis zum Geht-Nicht-Mehr
    Während der Fahrt im Wohnmobil
    Der Platz an der Sonne
    Thema Abwasserentsorgung und schnell weg

    Ganz nah dran sein an der Natur

    Das Reisen mit dem Wohnmobil zählt sozusagen zum Olymp des individuellen Urlaubsreiseverkehrs: Eingehüllt in eine kuschelige Bettdecke in der Früh vom ersten Vogelgezwitscher geweckt, der See nur wenige Schritte entfernt, freier Blick auf die aufgehende Sonne – im Wohnmobil ist man direkt mitten in der Natur.

    Und das Beste daran – gerade in Zeiten des Coronavirus: diese Urlaubsform ist wahrscheinlich die risikoärmste überhaupt. Denn sie befinden sich nur mit Menschen aus ihrem Umfeld in „ihrem“ mobilen Zuhause. Keine stark frequentierten Flughäfen, Bahnhöfe oder Hotels mit unzähligen fremden Personen, sondern Urlaub pur ab der ersten Minute in der – bildlich gesprochen – eigenen „Sicherheitszelle“.

    Egal, ob sie die idyllische Zeltwiese am Nationalpark bevorzugen, oder die Fünf-Sterne-Ferienanlage mit Gourmetlokal und Wellnesslandschaft – die Bandbreite an unterschiedlichen Camping-Angeboten ist enorm und lässt keine Wünsche offen. Die einzige Beschränkung in diesem Jahr ist die der generellen Reisefreiheit aufgrund der Corona-Krise. Diese gibt es nämlich [noch] nicht. Daher ist unser erster und wichtigster Tipp: Erkundigen sie sich, bevor sie ihren Urlaub planen, was sie alles machen dürfen bzw. wohin sie überhaupt fahren können.

    Ein Wohnmobil auf einer Bergstraße.(c) Pixabay.com
    AUfgrund der Corona-Krise wird es in diesem Sommer nicht möglich sein, überall hinzufahren, wo man gerne hin möchte.

    Kaufen oder mieten?

    Bevor es losgeht, steht zunächst einmal die Grundsatzfrage „kaufen oder mieten“ im Raum. Ein Reisemobil ist kostspielig. Wenn sie sozusagen zu den Anfängern gehören und diese Art des Urlaubs erst einmal testen möchten, sollten sie sich besser für mieten entscheiden. Je nach Saison und Größe des Wohnmobils liegen die Mietpreise pro Tag bei 80 bis 110 Euro. Wichtig dabei: frühzeitig reservieren.

    Wenn sie vom „Wohnmobilfieber“ erfasst werden, können sie für das nächste Jahr immer noch einen Kauf in Erwägung ziehen ;)

    Ausstattung des Wohnmobils

    Egal, ob sie ein Wohnmobil kaufen oder mieten, achten sie darauf, dass

    • das Fahrzeug einen kleinen Wendekreis hat, alles übersichtlich und leicht zugänglich angeordnet ist, das Einsteigen leicht möglich ist und der Aufbau nicht zu hoch;

    • bezüglich Technik sind eine Rückfahrkamera, Automatik, Tempomat und auf jeden Fall auch eine Klimaanlage sehr zu empfehlen;

    • das Innere des Fahrzeugs sollte eine gute Raumhöhe haben, wenige oder besser gar keine Stufen, und eine geräumige Küche und Bad.

    Bevor es wirklich los geht

    Gut geplant ist halb gereist – so oder so ähnlich könnte ein Merksatz vor dem Start ins Wohnmobil-Abenteuer lauten. Dazu gehört unter anderem eine Packliste, mit der sie schon Wochen vor der Abreise beginnen und immer wieder ergänzen können. Dazu gehört natürlich auch eine – zumindest ungefähre – Routenplanung [Stichwort Baustellen, Maut, Stauwochenenden, etc.] inkl. dem Besorgen des aktuellen Kartenmaterials.

    Vor allem für Anfänger empfiehlt sich auch ein spezielles Fahrsicherheitstraining. Denn sicher ein- und ausparken, umdrehen bzw. reversieren, enge Kurven meistern, bremsen – bei all dem verhält sich ein Wohnmobil dann doch ein wenig anders als ein „normales“ Auto. Am besten, sie informieren sich diesbezüglich bei einem der Automobilclubs in ihrer Nähe.

    Bevor es schließlich auf ihre Jungfernfahrt geht, macht es durchaus Sinn, einen Kurzurlaub auf einem Campingplatz in ihrer Nähe zu planen. So können sie sich stressfrei mit dem Fahrzeug vertraut machen und auch das Beladen – Schweres nach unten, Leichtes nach oben, damit das Fahrzeug durch einen tief liegenden Schwerpunkt stabilisiert wird –, und den Umgang mit Elektrik und Abwasser üben.

    Und für alle „alten Wohnmobil-Hasen“ gilt vor der nächsten Ausfahrt: lassen sie ihr Fahrzeug durchchecken! Haben die Reifen noch genügend Luftdruck? Sind sie vielleicht schon zehn Jahre alt und sollten besser neue gekauft werden? Muss der Wassertank wieder mal gründlich geputzt werden? Ist die Bordbatterie noch leistungsstark genug? Und schließlich lohnt sich auch ein Blick auf den Füllstand der Gasflaschen – vor allem bei kühlen Außentemperaturen, wenn man die Heizung nutzen möchte.

    Ein modernes, großes Wohnmobil auf der Straße; im Hintergrund ein blühendes Rapsfeld.(c) Pixabay.com
    Profis füllen den Frischwassertank vor der Fahrt maximal bis zur Hälfte. So haben sie immer noch genug Wasser für unterwegs, müssen jedoch weniger Zusatzlast bewegen. An den meisten Tankstellen und an allen Campingplätzen kann der Tank problemlos aufgefüllt werden.

    In Etappen fahren, nicht bis zum Geht-Nicht-Mehr

    Wie heißt es so treffend: Der Weg ist das Ziel. Oder anders gesagt: sie sollten nicht versuchen, weite Strecken in einem durchzufahren. Viel entspannter ist es, auf dem Hin- und Rückweg genügend Zwischenstopps mit Übernachtung einzuplanen.

    Wer nämlich so lange wie möglich durchfahren möchte, um so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen, muss mit folgenden Problemen rechnen:

    #01: Eine Marathonfahrt ist sehr anstrengend und wer möchte seinen Urlaub schon mit einem derartigen Kraftakt beginnen?

    #02: Durchfahren kann besonders in der Nacht und mit Übermüdung gefährlich sein. Auch tagsüber gilt auf langen Strecken: Planen sie immer wieder mal auch einen Fahrerwechsel!

    #03: Wenn sie mit ihren Kindern unterwegs sind, können die Kleinen schon mal ziemlich unausstehlich werden, wenn sie stundenlang stillsitzen müssen und sich nicht austoben können. Machen sie daher regelmäßige Pausen – mindestens jedoch alle zwei Stunden!

    #04: Das Motto mit Wohnmobilen lautet: reisen statt rasen! Abgesehen davon ist schnelles Fahren oft gar nicht erlaubt und mindert darüber hinaus auch massiv die Sicherheit.

    Versuchen sie, ihr [Etappen-]Ziel vor Sonnenuntergang zu erreichen. So können sie den Abend gemütlich vor dem Wohnmobil genießen. Rechnen sie dabei aber die Zeit mit ein, die man braucht, um das Wohnmobil vom Fahr- in den Wohn- und Schlafmodus zu versetzen. Sonst entsteht Stress, den man im Urlaub sicher nicht braucht.

    Während der Fahrt im Wohnmobil 

    Wer denkt, im Wohnmobil gibt es aufgrund seiner Größe auch während der Fahrt viel Bewegungsfreiheit, der irrt. Denn nicht nur Fahrer und Beifahrer müssen angeschnallt sein, auch alle weiteren Mitfahrer müssen während der Fahrt gesichert sein – egal ob Kind oder Hund. Entsprechend muss die Zahl der Mitfahrer der Anzahl der Sitzplätze mit Sicherheitsgurt entsprechen. Wie in jedem „normalen“ Auto brauchen Kinder auch im Wohnmobil einen altersgerechten Sitz, der korrekt fixiert werden muss [Stichwort Isofix]. Sich im Wohnmobilbett nieder zu legen ist während der Fahrt ebenfalls tabu.

    Wohnmobile verlangen beim Fahren mehr Umsicht als der Umgang mit einem Pkw. Der richtige Blick in die Außenspiegel, das Rangieren auf engem Raum und das Fahrverhalten in Kurven – all das will gelernt sein. Hilfreich ist da schon, wenn sie vor der großen Reise mit dem Urlaubsfahrzeug am Sonntag auf einem leeren Großparkplatz üben.

    Kaum jemand geht mehr ohne Navi auf Reisen – und tatsächlich macht das Navi die Streckenplanung wesentlich leichter als mit herkömmlichen Straßenkarten. Es gibt sogar Geräte, die spezielle Gegebenheiten von Campingfahrzeugen [Größe, Gewicht] bei der Routenberechnung berücksichtigen. Ein Rest von gesundem Hausverstand sollte aber auch in diesen Fällen nicht ganz ausgeschalten werden. Immer wieder kommt es vor, dass Navis ahnungslose Camper in verwinkelte Altstadtgassen lotsen oder plötzlich „Schleichwege“ empfehlen.

    Wenn sie die gewünschte Strecke nicht parallel auf einer Karte mitverfolgen wollen, bleibt nur eines: Auf Schilder und vor allem dem eigenen Instinkt vertrauen und den Befehlen des Navis nicht immer blind vertrauen bzw. um jeden Preis folgen.

    Der Platz an der Sonne 

    Sonnenanbeter aufgepasst: Zu viel Sonne schadet nicht nur der Haut, sondern auch dem Schönheitsschlaf. Denn wer sein Wohnmobil auf dem Stellplatz in die pralle Sonne stellt, bekommt die Sommerhitze womöglich so schnell nicht mehr aus den vier Wänden. Die Nächte ähneln dann eher einem Saunaaufenthalt und der erholsame Schlaf wird praktisch unmöglich. Daher sollten sie besser einen Platz im Schatten wählen.

    Falls sich direkte Sonneneinstrahlung nicht vermeiden lässt, gilt: Tagsüber Rollos runter und abends gut durchlüften.

    Ein altes VW-Bus Wohnmobil auf einem Campingplatz.(c) Pixabay.com
    Bei trübem Wetter ist die Wahl des Stellplatzes mehr oder weniger egal. Knallt allerdings die Sonne mit voller Kraft vom Himmel, empfiehlt sich ein Schattenplatz.

    Thema Abwasserentsorgung und schnell weg

    Zu den eher unschönen Aufgaben beim Urlaub mit dem Wohnmobil gehört das sogenannte „Dumping“, also die Entsorgung des Abwassers. Dabei unterscheidet man zwischen Grauwasser – von Dusche, Spül- und Waschbecken – und Schwarzwasser, das Abwasser aus der Toilette. Ein bisschen Disziplin muss sein: Besonders letzteres sollte regelmäßig geleert werden, um zu vermeiden, dass es zu unangenehmen Überraschungen beim nächsten Gang auf das stille Örtchen kommt.

    Und quasi ein letzter Tipp für ihren Urlaub mit dem Wohnmobil: vermeiden sie [zu] schnelle und überhastete Aufbrüche zum nächsten Ziel. Speziell bei Regenwetter reizt der schnelle Aufbruch. Aber: Nehmen sie sich genug Zeit, den ganzen Wohnraum aufzuräumen, sonst geht in der nächsten Kurve garantiert irgendetwas geräuschvoll zu Boden. Checken sie in Ruhe den Innenraum: Sind Schränke, Kühlschrank und Dachluken geschlossen?

    Ein Rundgang um das Wohnmobil zeigt, ob das Stromkabel getrennt, Fenster und Stauraumklappen geschlossen sind. Ist eine Ver- und Entsorgungsstation vor Ort? Dann sind die notwendigen Handgriffe auch schnell erledigt – und mit etwas Frischwasser an Bord sowie leerem Abwasser- und Fäkaltank kann man neuen Abenteuern viel entspannter entgegensehen.

    In diesem Sinn: Schönen Urlaub ;)

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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