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    Home»Kunterbunt»Globales Stimmungsbild: Wie die Gesellschaft mit dem Altern umgeht
    Das Gesicht einer lächelnden alten Frau mit Brille. (c) Pixabay.com

    Globales Stimmungsbild: Wie die Gesellschaft mit dem Altern umgeht

    28. Jan. 20217 Mins Lesezeit

    Mit 66 Jahren, da fängt ja bekanntlich erst das Leben an, sofern man Udo Jürgens glauben darf. Wie unsere Gesellschaft dem Altern gegenübersteht, zeigt nun eine groß angelegte Studie* des Online Research Instituts Marketagent. Basierend auf den Aussagen von über 225.000 TeilnehmerInnen aus 62 Ländern wurde ein globales Stimmungsbild rund um das Älterwerden erhoben und zeigt: Der Großteil der Befragten sieht dem Altern gelassen entgegen. So manche Sorge bereiten mögliche gesundheitliche Beschwerden sowie der Rückgang der körperlichen und geistigen Fitness. Gleichzeitig fiebert man aber dem Ruhestand und der damit einhergehenden Freizeit entgegen: Zeit für seine Lieben, Reisen und Hobbys gelten als Freuden des Alters.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Altern kein Grund zur Aufregung
    Oldie, but Goldie? Ab wann ist man „alt“?
    Angst & Schrecken vs. Vorfreude
    Der Ruhestand als „Quality Time“
    Man ist so alt, wie man sich fühlt…
    Anmerkung zu den Altersgruppen | Service


    Altern kein Grund zur Aufregung

    Ob graue Haare, Fältchen oder das ein oder andere Wehwehchen, die Lebensjahre gehen nicht spurlos an uns vorüber. Und dennoch zeigen die Studienergebnisse: „Der Ausblick auf das Altern stößt in der Gesellschaft vor allem auf eines: Gelassenheit. Für gut 6 von 10 Befragten ist das Älterwerden mit allem, was dazu gehört, kein Grund zur Aufregung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass alle Menschen weltweit völlig sorgenfrei in die eigene Zukunft blicken. Bei immerhin 3 von 10 mischen sich auch Gefühle der Angst darunter, wie das von uns erhobene globale Stimmungsbild zeigt,“ gibt Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl einen ersten Einblick in die Ergebnisse.

    Das Gesicht eines älteren Mannes, das zu einer Seite im Licht und zur anderen Seite im Dunkeln ist.(c) Pixabay.com
    Der Ausblick auf das Alter hat Licht- und Schattenseiten. Aber kein Grund zur Panik: die Lichtseiten überwiegen ;)

    Oldie, but Goldie? Ab wann ist man „alt“?

    Zunächst stellt sich die Frage: Wann gilt man eigentlich als „alt“? Im Durchschnitt beginnt das Alter aus Sicht der Befragten mit 60,7 Jahren, wobei hier je nach Altersgruppe Uneinigkeit herrscht. Für die Millenials gehört man schon ab 56,7 Jahren zum „alten Eisen“. Die Greatest Generation als älteste Generation setzt den Startpunkt hingegen erst bei 67,9 Jahren an. Die Angst, diese Zahlen einmal in den eigenen Geburtstagskarten zu lesen, sitzt insgesamt vor allem den Frauen in den Knochen. 35 Prozent hadern mit dem Gedanken, in die Jahre zu kommen. Unter den Männern betrifft dies hingegen nur jeden Vierten.

    Auch in der jungen Generation sind die Sorgen stärker verbreitet: Unter den Millenials sowie der Generation X verspüren sie je mehr als 3 von 10. Je näher man dem Herbst des Lebens kommt, desto gelassener blickt man jedoch dem Alter entgegen. Nur bei 16 Prozent der Greatest Generation macht sich noch Unbehagen breit.

    Doch worin begründet sich diese Angst vor dem Alter? Die Befragten weltweit verbinden mit dem Älterwerden vor allem eine schlechter werdende Gesundheit [48 Prozent] bis hin zur Gebrechlichkeit [22 Prozent]. Dazu bescheren die verstreichenden Lebensjahre so manches graue Haar [27 Prozent]. Für knapp jeden Vierten gehört auch die Vergesslichkeit zum Altern dazu.

    Angst & Schrecken vs. Vorfreude

    Gerade diese Alterserscheinungen an Körper und Geist machen den Menschen zu schaffen. Knapp jeder Zweite fürchtet körperliche Beschwerden, Schmerzen und Krankheit, 4 von 10 den damit einhergehenden Verlust der körperlichen Fitness, der die aktive Teilnahme am Leben verhindern könnte. 43 Prozent sind außerdem besorgt, geistig nicht mehr so rege zu sein wie früher. Selbstständig und selbstbestimmt zu leben, wird damit zunehmend schwerer, was gut jeden Dritten verunsichert. Zuletzt versetzt der Gedanke, geliebte Menschen zu verlieren, 36 Prozent in Angst und Schrecken. Diese verschiedenen Sorgen sind gerade unter den ÖsterreicherInnen stark verbreitet. Die heimische Bevölkerung scheint hier insgesamt mehr Angst als der weltweite Durchschnitt zu haben.

    Gleichzeitig freuen sich unter den österreichischen Befragten jedoch ganze 17 Prozent auf das Älterwerden und damit fast doppelt so viele wie im weltweiten Schnitt [8,7 Prozent]. Und das ist gut so, denn das Alter hat Einiges zu bieten – #AlterNEUdenken.

    So geht die Anzahl der Lebensjahre für gut 4 von 10 Befragten vor allem mit Lebenserfahrung und für 37 Prozent mit Weisheit Hand in Hand. Den Dingen mit mehr Gelassenheit zu begegnen, ist vor allem aus Sicht der ÖsterreicherInnen typisch für das Älterwerden [26 Prozent]. Darüber hinaus erwartet je ein Drittel der Befragten mit zunehmendem Alter mehr Kontrolle über die eigenen Finanzen sowie das ganze Leben. Und so mancher Falte zum Trotz fühlt sich jeder Fünfte insgesamt wohler in seiner Haut, je älter er wird.

    Ein älteres Paar beim Spazierengehen, Stichwort Altern.(c) Pixabay.com
    Die ÖsterreicherInnen gehen durchaus positiver mit dem Altern um bzw. freuen sich mehr auf das Älterwerden als der weltweite Durchschnitt.

    Der Ruhestand als „Quality Time“

    Ein weiterer Aspekt weckt durchaus die Vorfreude auf das Alter: Zeit. Während der Ausbildung oder im Berufsleben fehlt oft die Zeit für neue Erlebnisse, die Pflege sozialer Beziehungen und der Konzentration auf sich selbst. Das wollen die Befragten im Ruhestand ändern. „Knapp jede/ r Zweite freut sich darauf, zu reisen und viel Zeit mit geliebten Personen zu verbringen. Zudem möchte sich rund ein Drittel vermehrt der eigenen Gesundheit, sich selbst sowie persönlichen Interessen widmen,“ erklärt Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent. Gerade in Österreich freut sich sogar die Hälfte, in der Pension den eigenen Interessen nachgehen zu können. Im Alter grundsätzlich mehr Freizeit zu haben, können hierzulande 4 von 10 kaum erwarten.

    Daher ist es wenig überraschend, dass die Befragten lieber früher als später in den Ruhestand gehen möchten. Das ideale Alter dafür beträgt laut Ansicht der Befragten im Durchschnitt 55,5 Jahre. Wenn sie könnten, würden die Millenials bereits mit knapp 53,7 Jahren die Pension antreten. Dieser Wunsch wandelt sich jedoch mit zunehmendem Alter. So würde die Greatest Generation die Arbeitswelt erst mit 60,5 Jahren verlassen, hätten sie noch einmal die Möglichkeit dazu. In Hinblick auf die wirtschaftliche Lage gilt dieser Schritt durchschnittlich aber erst mit 61 Jahren als realistisch.

    Gründe, den Ruhestand länger hinauszuschieben als geplant, sind vor allem finanzieller Natur. Für knapp jeden Zweiten ist die Möglichkeit eines [zusätzlichen] Verdienstes relevant, ein Drittel muss noch [mehr] Geld sparen. Viele Befragte hält es zudem aufgrund persönlicher Motive länger am Arbeitsmarkt. Jeder Dritte möchte sich weiterhin gebraucht fühlen, 28 Prozent wollen damit ihr Selbstwertgefühl stärken. Knapp 3 von 10 finden es wichtig, ihre eigene Erfahrung an die nächste Generation weiterzugeben. Die ÖsterreicherInnen hält zudem vor allem der Spaß an der Arbeit im Beruf [37 Prozent].

    Man ist so alt, wie man sich fühlt…

    … lautet ein bekanntes Sprichwort. Das lässt sich vor allem die Greatest Generation nicht zweimal sagen. Nur 3 von 10 haben in dieser Altersgruppe den Eindruck, nun schön langsam „zum alten Eisen“ zu gehören. Im Gegensatz dazu fühlt sich je ein Viertel der Baby Boomers und der Greatest Generation sogar gerade im besten Alter. Unter den Millenials behauptet das mit 42 Prozent der größte Anteil von sich und der aktuellen Lebensphase.

    Auch körperlich haben die ältesten StudienteilnehmerInnen wenig zu klagen: Knapp die Hälfte fühlt sich gesund und fit. Damit liegen sie nur knapp unter dem Durchschnitt über alle Altersgruppen hinweg [54 Prozent]. Dementsprechend sind die Befragten der Greatest Generation auch zuversichtlich, ihren 89. Geburtstag noch feiern zu können. Im Durchschnitt schätzt die Weltbevölkerung, 81,4 Jahre alt zu werden. 57 Prozent sind sicher, somit noch viele gute Jahre vor sich zu haben.

    Wie alt man sich fühlt, wird jedoch auch zum Teil vom Aussehen bestimmt. Ein jugendliches Erscheinungsbild wird in unserer Gesellschaft als erstrebenswert betrachtet. Knapp die Hälfte der Befragten auf der ganzen Welt ist der Meinung, jünger auszusehen, als sie tatsächlich ist. „Unter den Frauen sagt das mehr als jede Zweite über die eigene Optik,“ so Schwabl.

    Gut 3 von 10 StudienteilnehmerInnen sind insgesamt der Meinung, ihrem Alter entsprechend auszusehen. Nur 23 Prozent denken, dass sie älter erscheinen. Dabei sind länderspezifische Unterschiede festzustellen. Innerhalb der heimischen Bevölkerung würden sich 4 von 10 ihr Erscheinungsbild um bis zu 5 Jahre, 15 Prozent gar mehr als 5 Jahre jünger schätzen. Ein besonders jugendliches Aussehen schreiben sich die Befragten aus Ungarn, Slowenien, der Türkei und Serbien zu: Knapp jede/ r Fünfte ist hier der Ansicht, dass die eigene Optik das tatsächliche Alter um mehr als 5 Jahr unterbietet.

    Ein älterer Mann beim Laufen auf einem Waldweg.(c) Pixabay.com
    Sport und Bewegung halten fit und gesund – egal wie jung oder alt man ist!

    Anmerkung zu den Altersgruppen | Service

    Millenials: 15 – 35 Jahre | Generation X: 36 – 53 Jahre | Baby Boomers: 54 – 73 Jahre | Greatest Generation: 74+ Jahre

    *Im Rahmen der Studie wurden mittels Computer Assisted Web Interviews im Zeitraum 21.11.2019 – 25.11.2020 in 62 Ländern insgesamt 227.353 Personen befragt. Eine Präsentation der Ergebnisse können sie HIER als Pdf downloaden.

    #AlterNEUdenken

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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