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    Home»Studien»Studie: Angst vor Einsamkeit im Alter ist weit verbreitet
    (c) Pixabay.com

    Studie: Angst vor Einsamkeit im Alter ist weit verbreitet

    22. Nov. 20175 Mins Lesezeit

    Der Blick auf das Alter erzeugt oftmals Angst – so das Resultat der aktuellen Silver Living Studie „Angst und Alter“. „Gesundheitliche Probleme, zu wenig Freunde und Bekannte, keinen Partner zu haben, Einsamkeit – das sind die dominierenden Ängste bei älteren Personen“, erklärt Studienautor Prof. Dr. Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer market Institut.

     

    In Zahlen
    Die verschränkten Hände einer alten Frau, Stichwort Einsamkeit. (c) Pixabay.com
    Egal, ob zwischen 60-69 Jahre oder über 70: die Ängste vor dem Alter sind nahezu ident.

    Offensichtlich ist für sehr viele das Alter mit Unbehagen verbunden. In Zahlen drückt sich das so aus: 81% der 60–69-Jährigen erwarten in der Zukunft gesundheitliche Probleme, 50% zu wenige Freunde und Bekannte und jeder Dritte rechnet damit, dass kein Partner an seiner Seite steht bzw. mit Schwierigkeiten in der Partnersuche. Auffallend ist, dass die Ängste der Altersgruppe 70+ fast deckungsgleich mit jenen der vorherigen Dekade sind.

    Demografische Herausforderung Alter

    Die Vereinsamung im Alter wird in den nächsten Jahren schon allein wegen der demografischen Entwicklung zu einer Herausforderung werden. Der weiteste Kreis, der sich mit Einsamkeit in der Zukunft zumindest tendenziell konfrontiert sieht, beläuft sich auf knapp 65% aller Österreicher: Sie vermeinen, dass es ihnen zumindest unter Umständen passieren könnte, dass sie im Alter einsam werden können. Für 14% (in absoluten Zahlen rund 1 Mio. Personen) ist dieses Thema schon jetzt ganz aktuell und sind derzeit bereits sehr stark davon überzeugt, dass Einsamkeit nicht an ihnen vorübergeht.

    „Dass 81% (in absoluten Zahlen 1,9 Mio.) jener Österreicher, die vor 20 Jahren mehr soziale Kontakte hatten, Angst vor der Einsamkeit haben, ist ein erschreckendes soziales Problem“, stellt Beutelmeyer fest. „Sicherlich macht es Sinn, schon rechtzeitig Strukturen der Geborgenheit aufzubauen. Fakt ist aber auch, dass das Thema Einsamkeit im Alter wohl angekommen ist, dass aber die notwendigen Schritte zur persönlichen Lösung von vielen noch nicht getan wurden.“

    Die pessimistischen 50+ Singles

    Sehr unterschiedlich sind die Zukunftserwartungen in der Altersgruppe 50+ zwischen Singles und jenen, die in einer Partnerschaft leben: So ist die Lebenszufriedenheit der 50+ Singles in allen Dimensionen geringer als von jenen Personen, die in einer Partnerschaft leben. Darüber hinaus sind Singles auch weniger optimistisch als Personen in einer Partnerschaft: „Einsamkeit macht offensichtlich Angst vor der Zukunft“, interpretiert Beutelmeyer das Studienergebnis.

    Im Detail ergibt die Studie, dass für die Zukunft eine Einschränkung der Lebenszufriedenheit erwartet wird: einmal im Hinblick auf die Gesundheit, zum anderen im Hinblick auf die eigenen sozialen Kontakte. „Man geht davon aus, dass sich sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Kontakte im Alter einschränken. Besonders deutlich bringen dies wiederum Personen mit ‚Hang‘ zur Einsamkeit zum Ausdruck“.

    Die Hauptängste der über 60-Jährigen – von „Pflegefall werden“ bis „Einsamkeit“
    (c) Pixabay.com
    Die Angst, ein Pflegefall zu werden, zählt ab 60 zu den Hauptängsten.

    Pflege, Demenz und Unselbständigkeit sind ab dem 60. Lebensjahr die größten Zukunftssorgen: Bei 78% der 60–69-Jährigen finden sich unter den fünf größten Sorgen ein „Pflegefall im Alter“ zu sein, bei 75% die Angst vor einer „schweren Erkrankungen!, bei 62% die „Angst vor Demenz“ und bei 61% die Angst vor der „Unselbständigkeit im Alter“. Bei den über 70-Jährigen wiederum sind es die Angst „ein Pflegefall zu werden“ (89%), „eine schwere Erkrankung zu bekommen“ (75%), „an Demenz zu erkranken“ (63%) und „auf andere angewiesen zu sein (59%)“.

    Bei den 60–69-Jährigen finden sich unter der Auflistung der fünf größten Sorgen bei 17% „die Vereinsamung im Alter“ bzw. „wenig soziale Kontakte zu besitzen“ (dies entspricht 163.000 Personen), bei jenen älter als 70 Jahre, sind es 14% (dies entspricht 164.000 Personen).

    Soziale Kontakte in der Familie

    Im Alter gewinnen die sozialen Kontakte in der Familie immer stärker an Bedeutung, Singles müssen sich mehr an Freunden orientieren. Wenn diese wegfallen, kann es sehr schnell zur Vereinsamung kommen. Denn die sozialen Kontakte werden nach dem subjektiven Gefühl im Alter deutlich weniger. Verstärkt wird dieses Gefühl durch die Situation alleine oder auch mit dem Leben weniger zufrieden zu sein.

    Darüber hinaus steigt mit dem Alter die Angst, dass sich die Kontakte zu Freunden in der Freizeit und zum Partner/ zur Familie im Alter deutlich reduzieren werden:

    • Bei den 60–69-Jährigen sind derzeit wohl 63% mit der Kontaktintensität in der Familie zufrieden, für die Zukunft erwarten dies aber nur 53%.
    • 18% erwarten sich eine Verminderung der Kontaktintensität zu Freunden bzw. 22% zu ihrem Freizeitumfeld.
    • 31% sehen in der Zukunft noch eine gute Kontaktqualität mit Freunden, 26% sehen das für ihr Freizeitumfeld.

     

    Wohnwünsche für das Alter

    Der Wunsch, im Alter „Betreutes Wohnen“ zu nutzen, ist bei 32% der Befragten festzustellen, bei Personen, die sich Einsamkeit im Alter vorstellen können, sind es sogar 37%.

    91% der österreichischen Bevölkerung kennen den Begriff „Betreutes Wohnen“, von den Kennern des Begriffs haben sich schon 41% damit auseinandergesetzt, dies entspricht 37% der Gesamtbevölkerung. Drei Viertel der Österreicher können sich vorstellen, „Betreutes Wohnen“ im Alter zu nutzen, bei den Singles sind es sogar 81% und in der Gruppe 50+ gar 82%. Dass die Betreuung im eigenen Haus natürlich die optimalste Variante im Alter ist, ist verständlich und nachvollziehbar. Kann dies aber nicht mehr gewährleistet werden, stehen das Betreute Wohnen oder die Betreute Wohngemeinschaft im Vordergrund.

    Zur Studie

    Wie geht die moderne, urbane, stark individualisierte Gesellschaft mit dem Altern und den Alten um und welche Ängste haben sich in dieser „Risikogesellschaft“ – Stichwort Einsamkeit – in den letzten Jahren aufgestaut?

    Zielgruppe: Österreichische Bevölkerung ab 15 Jahre
    Repräsentativität: Die befragten Personen entsprechen in ihrer Zusammensetzung, in quotierten und nicht quotierten Merkmalen, der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahre
    Befragungsart: Online Interviews, durch das Market-ONLINE–Panel
    Quotierungsmerkmale: Alter, Geschlecht, Region und HH-Größe
    Auswertungsbasis: Österreichische Bevölkerung: n=1.052
    maximale statistische Schwankungsbreite: +/- 3,08 Prozent
    Erhebungszeitraum: 01. bis 13. September 2017

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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