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    Home»Körper & Geist»gesunde Ernährung»Weniger Fleisch ist gut für uns, gut für die Tiere und gut für das Klima
    Kühe auf einer Weide. (c) AdobeStock

    Weniger Fleisch ist gut für uns, gut für die Tiere und gut für das Klima

    25. Okt. 20224 Mins Lesezeit

    Die Nutztierhaltung macht weltweit unglaubliche 14,5 bis 18 Prozent unserer gesamten globalen Treibhausgasemissionen aus. In diesem Zusammenhang stellt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts für biologischen Landbau [FiBL Österreich] in Kooperation mit dem Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit der BOKU im Auftrag von VIER PFOTEN die konkreten Auswirkungen eines deutlich reduzierten Fleischkonsums auf die Tierhaltung, das Tierwohl und das Klima in Österreich dar.

    Dass bei einer Reduktion des Fleischverzehrs weniger Tiere gehalten werden müssten und sich dadurch auch die Emissionen von Treibhausgasen verringern würden, liegt auf der Hand. In welchem Ausmaß das jedoch passieren würde und wie viel mehr Platz und Lebensqualität die Tiere in Österreich zur Verfügung hätten, das zeigt diese Studie erstmals auf. Klares Fazit: Je weniger Fleisch, desto besser für Tier, Umwelt – und letztendlich auch den Menschen.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Auswirkungen des Fleischkonsums auf Mensch, Tier und Umwelt
    Mehr Lebensqualität für Tiere und mehr Fläche zur Verfügung
    Bis zu zwei Drittel weniger Treibhausgas-Emissionen
    Wichtiger Schritt zum erreichen der Pariser Klimaziele
    Quelle | Service


    Auswirkungen des Fleischkonsums auf Mensch, Tier und Umwelt

    Die Studienautoren haben für ihre Studie drei Szenarien untersucht:

    1. einen um zwei Drittel reduzierten Fleischkonsum der Bevölkerung gemäß der Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung [ÖGE] auf 19,5 kg/ Person/ Jahr;
    2. eine ovo-lacto-vegetarische Ernährung der Bevölkerung, das heißt kein Fleisch wird konsumiert, allerdings Milch- und Eiprodukte;
    3. eine vegane Ernährung der Bevölkerung
    Obst und Gemüse, Stichwort Fleischkonsum.(c) AdobeStock
    Obst und Gemüse – nicht nur schön bunt, sondern auch gesund und weniger belastend für das Klima.

    Mehr Lebensqualität für Tiere und mehr Fläche zur Verfügung

    „Das Ergebnis der Studie ist beeindruckend. Es zeigt, dass bei einem geringeren Fleischkonsum nicht nur entsprechend mehr Platz und damit mehr Lebensqualität für die verbleibenden Tiere vorhanden wäre, sie könnten auch alle auf der Weide leben. Wir sprechen von einer zusätzlichen Restfläche von rund 140.000 Hektar im Fall der Fleischreduktion um zwei Drittel und von rund 637.000 Hektar bei einer vegetarischen Ernährung. Bei veganer Ernährung, bei der keine Nutztiere zur Produktion von Lebensmitteln nötig wären, beträgt die zusätzliche zur Verfügung stehende Fläche sogar fast 1.780.000 Hektar. Diese freiwerdenden Nutzflächen[1] könnten zum Beispiel für eine Umstellung auf Biolandwirtschaft oder auch für Renaturierung bzw. für das Anlegen von Mooren zur CO2-Speicherung nutzbar gemacht werden“, erklärt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

    Bis zu zwei Drittel weniger Treibhausgas-Emissionen

    Ebenso eindrucksvoll ist die Auswirkung auf das Klima. „Im Falle einer Ernährung mit weniger Fleisch könnten wir in Österreich im Ernährungsbereich 28 Prozent der Treibhausgase einsparen. Bei einer ovo-lacto-vegetarischen Ernährung würde fast die Hälfte [ minus 48 Prozent] der ernährungsbezogenen Treibhausgase eingespart, durch eine vegane Ernährung sogar mehr als zwei Drittel [minus 70 Prozent]. Gerade im Hinblick auf die Klimaziele wäre das ein unglaublich wichtiger Beitrag“, so Weissenböck.

    „Wir haben es derzeit mit multiplen Krisen zu tun, die auch das Ernährungssystem, die Gesundheit und die Klimakrise umfassen. Wenn wir den Druck von unseren verfügbaren Flächen nehmen wollen und zugleich die Gesundheit von Mensch und Tier profitieren soll, dann ist die Transformation zu stark pflanzenbetonten Ernährungsweisen essentiell“, sagt Martin Schlatzer vom FiBL Österreich.

    Das derzeitige österreichische Reduktionsziel bei Treibhausgasemissionen laut Pariser Klimaschutzabkommen ist ein Minus von 36 Prozent bis 2030. Dazu könnte eine Ernährung gemäß ÖGE immerhin 21 Prozent, das vegetarische Szenario mit 36 Prozent mehr als ein Drittel beitragen. Das vegane Szenario könnte sogar einen Beitrag von 53 Prozent am gesamten Treibhausgas-Emissionsziel in Österreich leisten.

    Wichtiger Schritt zum erreichen der Pariser Klimaziele

    „Less meat, less heat” – nach diesem Motto fasst Weissenböck das Fazit der Studie zusammen: „Jede einzelne Österreicherin, jeder einzelne Österreicher kann mit seiner Ernährung einen sehr wesentlichen Beitrag zum Tier- und Klimaschutz leisten. Gleichzeitig zeigt die Studie auch, dass die Nahrungsmittelversorgung bzw. die Ernährungssicherheit in Österreich selbst bei einem völligen Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte nicht gefährdet wäre. VIER PFOTEN sieht sich daher in seinen Forderungen an die Politik, mehr Maßnahmen für eine Reduktion des Fleischkonsums zu treffen, bestätigt. In der pflanzenbasierten Ernährung liegt ohne Zweifel die Zukunft.“

    „Flexitarische sowie vegetarische Ernährungsweisen können gerade im Klimabereich einen wichtigen Schritt Richtung Erreichung der Pariser Klimaziele erwirken. Zudem ergeben sich positive Co-Benefits für die Widerstandsfähigkeit des Ernährungssystems, die Artenvielfalt und die Vorbeugung künftiger Pandemien“, so Martin Schlatzer.

    Ein Baum, links saftig grün, die rechte Hälfte ausgetrocknet und dürr.(c) AdobeStock

    Quelle | Service

    [1] Dabei wurde auch bereits die Substitution des entfallenden Anteils an Fleisch durch Soja als Proteinquelle berücksichtigt.

    Die Studie „Die Auswirkungen einer Reduktion des Fleischkonsums auf Tierhaltung, Tierwohl und Klima in Österreich“ können sie HIER als Pdf downloaden.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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