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    Home»Pflege & Betreuung»Pflegereform muss entlasten – Community Nursing Zwischenschritt
    Die Hand einer Pflegerin, die die eines Patienten hält. (c) AdobeStock

    Pflegereform muss entlasten – Community Nursing Zwischenschritt

    2. Nov. 20224 Mins Lesezeit

    „Der erste Schritt der Pflegereform hat die Pflegekräfte in den Fokus genommen, im zweiten Schritt muss es um Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen gehen. Dieser zweite Schritt ist dringend fällig“, so Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser.

    Einen Zwischenschritt stellt dabei das „Community Nursing„ dar, ein dreijähriges Pilotprojekt, das aus EU-Geldern finanziert wird. „Community Nurses – man könnte das wirklich direkt mit „Gemeindeschwester“ übersetzen – sind zentrale Ansprechpersonen in allen Fragen zu Pflege, Gesundheit und Betreuung in einer Gemeinde,“ erklärt Moser.

    Mit 21 Community Nurses in vier Bundesländern ist die Diakonie eine der größten Kooperationspartner•innen in diesem Bereich. Die Einführung der Community Nurses ist ein wichtiger Schritt für eine gute Versorgung von Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörige. Allerdings müsse die Einführung der Community Nurses Hand in Hand mit einem Ausbau der Dienstleistungen gehen, um die größtmögliche Wirkung für Betroffene zu erreichen, betont die Diakonie.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Tolle Beratung, aber keine Angebote?
    Dringend: Ausbau und Finanzierung wohnortnaher Dienstleistungen
    Community Nursing – nah an den Menschen dran
    Community Nurses – großer Mehrwert und abwechslungsreiche Karrieremöglichkeit
    Community Nurses in den Gemeinden


    Tolle Beratung, aber keine Angebote?

    Die Hauptaufgabe der Community Nurses ist es, Menschen mit Pflegebedarf zu Angeboten in der Gemeinde zu beraten. „Community Nurses sollen Menschen mit Pflegebedarf dabei unterstützen, die für sie passenden Angebote zu finden. Was aber, wenn es die passenden Angebote nicht gibt? Ohne den Ausbau und die Finanzierung von wohnortnahen Angeboten bringt auch die beste Beratung nichts“, meint die Diakonie-Direktorin.

    Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. 
(c) Diakonie/ Simon Rainsborough
    Diakonie-Direktorin Moser fordert, in einem zweiten Schritt der Pflegereform Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen in den Fokus zu nehmen.

    Dringend: Ausbau und Finanzierung wohnortnaher Dienstleistungen

    „Menschen mit Pflegebedarf wollen so lange wie möglich zu Hause leben. Im aktuellen Pflegesystem bekommen sie aber nicht die nötigen Dienstleistungen dafür,“ so Moser. „Das bedeutet zum einen, dass Menschen mit Pflegebedarf nicht nach ihren Vorstellungen leben können, und zum anderen, dass pflegende Angehörige überlastet sind, weil sie einen Großteil der Pflege und Betreuung allein leisten müssen. Der zweite Schritt der Pflegereform muss deshalb dringend der Ausbau und die Finanzierung von wohnortnahen Dienstleistungen sein.“

    Um eine gute Versorgung sicherzustellen, müssten in diesem Schritt Bund und Länder gut zusammenarbeiten. Dienstleistungen fallen nämlich in die Kompetenz der Länder.

    Community Nursing – nah an den Menschen dran

    Die Community Nurses sieht die Diakonie-Direktorin als wichtige Partner•innen für diesen Schritt: „Community Nurses sind nahe an den Menschen dran und haben einen Überblick über alle Angebote in der Gemeinde. Sie erkennen Lücken und Bedarfe und können diese an die politischen Gestalter•innen weiterleiten.“

    Schon aus der bisherigen Erfahrung weiß die Diakonie, dass vor allem Tagesbetreuung, mehrstündige Betreuungsangebote und Entlastungsdienste für Angehörige fehlen. Mit Hilfe der Community Nurses können die politischen Verantwortlichen gemeinsam mit den Sozialorganisationen passgenau die Angebote entwickeln, die in der Gemeinde gebraucht werden. „Das ist nicht nur sinnvoll für die Qualität der Versorgung, sondern ist auch günstiger als die Planung auf höherer Ebene, weil es exakt den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht“, so Moser.

    Community Nurses – großer Mehrwert und abwechslungsreiche Karrieremöglichkeit

    Eine wichtige Aufgabe der Community Nurses ist die Gesundheitsförderung. Durch die Vermittlung von Wissen und praktischen Tipps können Menschen im Alter ihre Gesundheit möglichst lange erhalten. Um den Zugang zur Unterstützung so einfach wie möglich zu gestalten, kommen die Community Nurses auch zu den Menschen nach Hause – mit E-Bike oder E-Auto.

    Community Nursing ist aber nicht nur ein wertvolles Angebot für Menschen mit Pflegebedarf und deren Angehörigen, sondern eröffnet eine neue Karrieremöglichkeit für diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger•innen. Moser weist darauf hin, dass „Pflegepersonen ihr breites Wissen und ihre Expertise aus der Praxis einsetzen können. Außerdem treten sie als Vernetzer•innen auf und stehen in Kontakt mit Gemeinden, Anbieter•innen sozialer Dienstleistungen, Ärzt•innen und Vereinen. Community Nursing ist auch für dienstältere Pflegepersonen geeignet, die nicht mehr körperlich arbeiten wollen oder können.“

    Eine Pflegerin zeigt einer alten Frau etwas auf einem Tablett, Stichwort Community Nursing.
(c) AdobeStock
    Community Nursing ist eine „klassische“ Win-Win-Stituation für zu Pflegende und Pfleger•innen.

    Community Nurses in den Gemeinden

    Die Diakonie ist Projektpartnerin von neun Gemeinden [Diakoniewerk: Ardagger, Bad Zell, Tragwein, Gallneukirchen, Engerwitzdorf, Hallein, Königswiesen, Mauerkirchen; Johanniter: Orth an der Donau] in vier Bundesländern und beschäftigt aktuell 21 Community Nurses.

    Das aktuelle Angebot der Diakonie im Bereich Community Nursing finden sie HIER.

    (Bilder: AdobeStock, Diakonie/ Simon Rainsborough, AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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