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    Home»Körper & Geist»gesunde Ernährung»Cholesterin – der Feind in unserem Körper, oder doch ganz nützlich?
    Ausschnitt eines Bluttests, bei dem HDL und LDL rot eingekreist ist. (c) AdobeStock

    Cholesterin – der Feind in unserem Körper, oder doch ganz nützlich?

    12. Juli 20226 Mins Lesezeit

    Cholesterin ist ein in allen tierischen Zellen vorkommender fettartiger Naturstoff und nicht per se schlecht, ist es doch unter anderem ein notwendiger Baustein der Zellmembranen. Erst ein Zuviel an Cholesterin fördert die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen – immerhin die häufigste Todesursache in Europa. Ein zu hoher Cholesterinspiegel ist dementsprechend ein wichtiger Indikator für die Entwicklung einer Gefäßverkalkung, welche weitere Folgekrankheiten wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen kann.

    Aber was ist Cholesterin eigentlich? Welche Funktionen erfüllt es im Körper? Was steckt hinter dem „guten“ HDL und dem „bösen“ LDL? Wie kann man es messen? Und was verraten die Cholesterinwerte über ihre Gesundheit? Wir haben hier für sie Antworten auf die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Cholesterin.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Cholesterin – was genau ist das eigentlich?
    Sind hohe Cholesterinwerte gefährlich?
    Was tun, wenn die Cholesterinwerte zu hoch sind?
    Mit einem gesunden Lebensstil gegen hohe Cholesterinwerte
    #Bewegung ist gesund


    Cholesterin – was genau ist das eigentlich?

    Grundsätzlich gesagt braucht unser Körper das Fett [Lipid] Cholesterin. Wie schon erwähnt, ist es ein wichtiger Bestandteil der äußeren Umhüllung [Membranen] von Zellen. Darüber hinaus ist es unverzichtbar für viele Stoffwechselprozesse, beispielsweise für die Bildung von Hormonen. Cholesterin wird zu 80 Prozent von unserem Körper selbst gebildet, der Rest wird mit der Nahrung aufgenommen.

    Cholesterin ist als Fett in wässrigen Flüssigkeiten wie Blut nicht löslich. Daher wird es für den Transport in kleine Partikel, die sogenannten Lipoproteine, verpackt. Bei dem im Blut gemessenen Cholesterin werden vor allem Low-Density-Lipoproteine [LDL] und High-Density-Lipoproteine [HDL] unterschieden.

    Mit Blick auf etwaige Gefäßerkrankungen kommt den Low-Density-Lipoproteinen die zentrale Bedeutung zu. In diversen Studien wurde bestätigt, dass die Höhe des LDL-Cholesterin-Wertes im Blut direkt mit dem Herzinfarktrisiko und der Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Aktuelle Therapieempfehlungen zielen daher darauf ab, das LDL-Cholesterin im Blut zu verringern.

    Illustration Arterie von innen, Stichwort Cholesterin.(c) AdobeStock
    Wenn von „schlechtem“ Cholesterin die Rede ist, spricht man in der Regel von LDL-Cholesterin.

    Sind hohe Cholesterinwerte gefährlich? 

    Sind die LDL-Cholesterinwerte zu hoch, lagert sich immer mehr Cholesterin in den Blutgefäßwänden ab. Die Ablagerungen [sogenannte Plaques] verengen die Gefäße [Arteriosklerose] und können sie irgendwann komplett verschließen. Zudem begünstigen Plaques Entzündungsreaktionen, die auch die Gefäßwände schädigen. Der Körper versucht, die winzigen Verletzungen mit Hilfe von Blutplättchen und neuem Gewebe zu reparieren. Das führt dazu, dass die Gefäßwände enger, starrer und auch spröder werden. Damit wächst die Gefahr, dass Ablagerungen einreißen und sich gefährliche Blutgerinnsel, sogenannte Thromben, bilden, die dann ein ohnehin verengtes Gefäß verstopfen können. Solche Thromben sind nicht selten Ursache für Herzinfarkt und Schlaganfall.

    Das sozusagen „verhexte“ an der Sache: Man spürt es nicht, denn hohe Cholesterinwerte tun nicht weh. Die Dringlichkeit, etwas dagegen zu machen, wird daher oft erst dann erkannt, wenn bereits etwas passiert ist, zum Beispiel ein Herzinfarkt. Das frühe Erkennen und Gegensteuern ist daher wesentlich für die Prävention von Gefäßschäden und ihren Folgen. Oder anders formuliert: Wer möglichst früh mit dem Kontrollieren des Cholesterins beginnt – und im Fall des Falles gleich gegensteuert – ist gesundheitlich klar im Vorteil. Denn Prinzipiell gilt: Je niedriger die LDL-Cholesterin-Werte, desto niedriger das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Wie hoch sollte der Cholesterinspiegel sein?

    Nun stellt sich natürlich die Frage, wie hoch der Cholesterinspiegel denn eigentlich sein sollte, damit alles im viel zitierten „grünen Bereich“ liegt? Wie es um ihre Cholesterinwerte bestellt ist, kann ihre Hausärztin • ihr Hausarzt mit Hilfe eines Bluttests herausfinden. Hierfür wird etwas Blut abgenommen und untersucht. Entsprechend den aktuellsten Therapieempfehlungen werden folgende LDL-Werte angestrebt:

    • für gesunde Menschen mit niedrigem Risiko bzw. ohne Risikofaktoren gilt ein LDL-Cholesterinwert unter 116 mg/ dl [<3,0 mmol/ l] als empfehlenswert;

    • bei gesunden Menschen mit mäßig erhöhtem Risiko beispielsweise aufgrund von Übergewicht oder leicht erhöhtem Blutdruck sollte der LDL-Cholesterinwert unter 100 mg/ dl [<2,6 mmol/ l] liegen;

    • für Patient•innen mit hohem Risiko, zum Beispiel Menschen mit ausgeprägtem Bluthochdruck, genetisch bedingten hohen Cholesterinwerten oder Raucher•innen, sollte ein LDL-Cholesterin von unter 70 mg/ dl [<1,8 mmol/ l] angestrebt werden;

    • bei Patient•innen mit sehr hohem Risiko liegt der LDL-Cholesterin-Zielwert unter 55 mg/ dl [<1,4 mmol/ l]. Das betrifft die meisten Patient•innen mit Herzerkrankungen und solche mit Diabetes.

    Was tun, wenn die Cholesterinwerte zu hoch sind?

    Hat ihre Ärztin • ihr Arzt bei ihnen zu hohe Cholesterinwerte festgestellt, können sie nicht nur mit Medikamenten diese senken. Mit einem gesunden Lebensstil – viel Bewegung, gesunde Ernährung, nicht rauchen, mäßig Alkohol – erreichen sie ebenfalls schon sehr viel. Das Hauptziel einer Behandlung ist dabei grundsätzlich nicht, eine Zahl bzw. Wert auf einem Laborzettel zu verändern, sondern ihr Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko nachhaltig zu senken. Wie sehr dieses Risiko vermindert werden kann, hängt wesentlich von 3 Faktoren ab:

    1. Entscheidend ist, wie hoch das gesamte Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei einem Menschen ist. Dies wird neben dem Alter und dem Geschlecht durch Rauchen, Blutdruck, Diabetes mellitus und andere Faktoren beeinflusst. Je höher das Gesamtrisiko ist, desto mehr Herzinfarkte und Schlaganfälle können durch eine Cholesterinsenkung vermieden werden.

    2. Je höher die LDL-Cholesterin-Werte sind, desto mehr Herzinfarkte können durch Senkung des LDL-Cholesterins verhindert werden. Dabei zeigen aktuelle Studien, dass es wichtig ist, hohes LDL-Cholesterin so früh wie möglich zu senken – bei Patient•innen mit familiärer Veranlagung bereits ab dem Kindesalter.

    3. Je stärker das LDL-Cholesterin gesenkt wird, desto mehr wird das Risiko von Herzinfarkten verringert.

    Mit einem gesunden Lebensstil gegen hohe Cholesterinwerte

    Obwohl zwar Übergewicht [Adipositas] oft mit hohen Cholesterinwerten einher geht, sind die zugrundeliegenden Ursachen jedoch unterschiedlich. Generell weiß man, dass die LDL-Cholesterinspiegel im Blut wesentlich von der genetisch bestimmten Regulation in der Leber abhängig sind – und nicht in erster Linie von der Nahrungsaufnahme.

    Dennoch gilt: Eine Gewichtsnormalisierung und eine gesündere Ernährung mit mehr pflanzlichen und weniger tierischen Fetten ist für das Herz-Kreislaufsystem insgesamt positiv und kann sich auch positiv auf die LDL-Blutfettwerte auswirken. Veränderungen des Lebensstils stehen daher an erster Stelle, wenn es darum geht, das LDL-Cholesterin [ohne Medikamente] zu senken. Zu einem gesunden Lebensstil gehört es unbedingt auch, das Rauchen aufzugeben und sich regelmäßig[!] zu bewegen. Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Wandern, Laufen, Nordic Walking, Schwimmen oder auch Tanzen, Fußball und Tennis. Ideal ist eine tägliche körperliche Aktivität von wenigstens 30 Minuten.

    Bei höheren Cholesterinwerten genügt es jedoch nicht, die Ernährung umzustellen und sich mehr zu bewegen. Wenn eine Therapie mit Medikamenten notwendig ist, stellen die Statine die Therapie der ersten Wahl dar. Sie gehören bei einem zu hohen LDL-Cholesterinspiegel zu den wichtigsten Cholesterinsenkern, da sie die körpereigene Bildung von Cholesterin hemmen. Was sie bei der Einnahme von Statinen beachten müssen, erklärt ihnen ihre Ärztin • ihr Arzt.

    Ausschnitt: die Hand einer Ärztin, die einem Patienten den Blutdruck misst.(c) AdobeStock
    Bluthochdruck gehört neben hohen Cholesterinwerten ebenfalls zu den Risikofaktoren für Herzinfarkt oder Schlaganfall.

    #Bewegung ist gesund

    Ein gesunder Lebensstil und die Einnahme von Cholesterinsenkern bilden also den Schwerpunkt der Behandlung. Dabei ist festzuhalten, dass die mit Abstand wichtigsten Lebensstilmaßnahmen in Richtung mehr Gesundheit das Nicht-Rauchen und die körperliche Bewegung sind.

    In diesem Sinn: Auf geht´s, denn #BewegungISTgesund!

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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