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    Home»Freizeit & Reise»Special Report: Klimaschutz ist ‚Gamechanger‘ – auch im Tourismus
    Illustration: ein Baum, der auf der einen Seite dürr ist, und auf der anderen grün. (c) AdobeStock

    Special Report: Klimaschutz ist ‚Gamechanger‘ – auch im Tourismus

    21. Juli 20216 Mins Lesezeit

    Die Zielsetzung ist klar: Österreich setzt auf Klimaschutz und wird bis zum Jahr 2040 klimaneutral. Dabei kommt dem Tourismussektor als einem der größten heimischen Wirtschaftszweige besondere Bedeutung zu. Einerseits sind Tourismusdestinationen und -angebote stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, andererseits verfügt der Sektor selbst über immens großes Potential in Sachen Klimaschutz, etwa im Bereich der Mobilität.

    Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Special Report „Klimaschutz und Tourismus“, der von 39 Wissenschaftler•innen disziplinenübergreifend im Auftrag des Klima- und Energiefonds erstellt wurde. Eine große Chance durch klimafreundlichen Tourismus in Österreich bestätigen Tourist•innen, Tourismusbetriebe und –verbände auch in einer aktuellen Umfrage durch Karmasin Research.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Special Report: Klimawandel beeinflusst Winter-/Sommer-Tourismus, Mobilität als größter Wirkungshebel
    Klimaschutz über die Mobilität
    Umfrage: Klimaschutz als Chance, aber noch kein Entscheidungskriterium
    Klimaschutz noch kaum Entscheidungskriterium
    Klima- und Energiemodellregionen: Mobilitätsfokus und internationales Nachhaltigkeitssiegel
    Über den APCC Special Report „Tourismus und Klimawandel“


    Special Report: Klimawandel beeinflusst Winter-/Sommer-Tourismus, Mobilität als größter Wirkungshebel

    Die Klimakrise stellt [auch] den österreichischen Tourismussektor vor große Herausforderungen. Für den Winter zeigen Simulationen bis 2050 einen Rückgang der österreichweiten Nachfrage in Skigebieten von -2,2 Prozent bis -6,7 Prozent sowie eine große räumliche Verschiebung: Während am Alpenrand die Nachfrage bis zu 50 Prozent einbrechen könnte, ist im Gegensatz dazu eine Zunahme von +50 Prozent im westlichen Tirol sowie in Teilen Kärntens möglich.

    Aber auch für den Sommertourismus werden die Auswirkungen des Klimawandels den Autor•innen zufolge deutlich spürbar. Vor allem wird die gesundheitliche Belastung durch längere Hitzeperioden zunehmen. Zudem werden Outdoor-Aktivitäten wie etwa Klettern [erhöhter Steinschlag] oder Wassersportarten [niedrige Wasserstände] stark beeinträchtigt werden.

    Leonore Gewessler bei einer PK.(c) Klima- und Energiefonds/ APA-Fotoservice/ Nadine Bargad
    Klimaschutzministerin Gewessler gibt das Ziel vor: Österreich wird bis 2040 klimaneutral werden.

    Klimaschutz über die Mobilität

    Um Maßnahmen möglichst effektiv umsetzen zu können, plädieren die Autor•innen für konkrete rechtliche Rahmenbedingungen und eine Harmonisierung von Klimaschutzmaßnahmen, Handlungsoptionen und Anpassungsstrategien auf nationaler, regionaler und betrieblicher Ebene. Im Besonderen streicht der Bericht die Potentiale im Bereich Mobilität hervor. Um die Klimabelastung des Tourismus zu reduzieren, bedarf es einer Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots: Sowohl für die An- und Abreise, als auch für die Mobilität vor Ort in den Tourismusorten und -regionen, beispielsweise durch bedarfsorientierte Mobilitätslösungen.

    Klimaschutzministerin Leonore Gewessler: „Auch der Österreichische Tourismus steht im Kampf gegen die Klimakrise vor einer großen Herausforderung. Durch die zunehmende Hitze verändern sich die Rahmenbedingungen – egal ob beim Schi-Fahren oder im Städte-Tourismus. Viele Betriebe und Unternehmen reagieren genau jetzt auf diese Herausforderung und nützen damit eine große Chance. Denn auch die Reisenden wünschen sich mehr Nachhaltigkeit. So kann der Österreichische Tourismus Erfolg und Klimaschutz verbinden.“

    Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth: „Ich bin überzeugt, dass ein klimaschonender österreichischer Tourismus für die Zukunft Wettbewerbsvorteile und einen internationalen USP schafft, der die regionale Wertschöpfung nach oben treibt. Um es mit den Worten der Expert•innen des Special Reports zu sagen: Machen wir gemeinsam aus dem ‚Paris-Lifestyle‘, also einem Lebensstil, der dazu beiträgt, die in Paris vereinbarten Klimaziele einzuhalten, den ‚Austrian-Lifestyle‘. Einen Lebensstil, der genau das transportiert, was unser Land ausmacht: höchste Lebensqualität bei größtmöglichem Respekt für Natur, Umwelt und zukünftige Generationen. Heben wir vorhandene Synergien und nutzen wir die Möglichkeiten.“

    Ingmar Gewessler bei einer PK.(c) Klima- und Energiefonds/ APA-Fotoservice/ Nadine Bargad
    Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Höbarth plädiert für einen „Austrian-Lifestyle“, der Lebensqualität und Klimaschutz miteinander verbindet.

    Umfrage: Klimaschutz als Chance, aber noch kein Entscheidungskriterium

    Für eine aktuelle Umfrage beauftragte der Klima- und Energiefonds das Meinungsforschungsinstitut Karmasin Research & Identity und lies Urlauber•innen [aus Österreich und Deutschland als größte Tourist•innengruppe], Tourismusunternehmen und -verbände zu ihren Einstellungen zu Klimaschutz im Tourismus befragen.

    Zentral ist dabei die Erkenntnis, dass für mindestens 70 Prozent der österreichischen und deutschen Tourist•innen Klimaschutz im Tourismus aktuell ein [sehr] wichtiges Thema ist. Bei Unternehmen [89 Prozent] und Verbänden [100 Prozent] fallen die Zustimmungsraten noch höher aus. Auch bewerten alle genannten Gruppen klimafreundlichen Tourismus überwiegend als große Chance für das Urlaubsland Österreich: 71 Prozent der österreichischen und 65 Prozent der deutschen Tourist•innen, sowie 53 Prozent der Unternehmen und 96 Prozent der Verbände stimmen dieser Aussage zu.

    Klimaschutz noch kaum Entscheidungskriterium

    Die Umfrage zeigt jedoch auch, dass Klimaschutz bei den Tourist•innen noch kaum ein tatsächliches Entscheidungsprinzip ist. Nur 15 Prozent [Österreich] bis 20 Prozent [Deutschland] geben an, schon einmal eine Urlaubsentscheidung unter Bedacht auf den Klimaschutz getroffen zu haben. Als Hauptbarrieren werden fehlende Auswahlkriterien zur Klimafreundlichkeit in Online-Suchmaschinen [Österreich 39 Prozent/ Deutschland 24 Prozent] sowie zu wenig Kommunikation zu diesem Thema [Österreich 39 Prozent/ Deutschland 32 Prozent] und zu wenig Angebot [Österreich 36 Prozent/ Deutschland 36 Prozent] genannt.

    Meinungsforscherin Sophie Karmasin: „Die Umfrage zeigt einen Informationsmangel bei Tourist•innen in Bezug auf Klimaschutz im Tourismus. Neben einem erhöhten Angebot wünschen sie sich mehr Aufklärung, transparente Kommunikation und beispielsweise Auszeichnungen für besonders umweltgerechte Tourismusregionen und Betriebe. Auf der anderen Seite meinen Unternehmen und Verbände, klimafreundliche Angebote müssten stärker von Gästen nachgefragt werden. Hier braucht es vertiefende Abstimmung zwischen den Akteuren.“

    Ingmar Höbarth, Leonore Gewessler und Sophie Karmasin bei einer PK zum Thema Klimaschutz.(c) Klima- und Energiefonds/ APA-Fotoservice/ Nadine Bargad
    Meinungsforscherin Karmasin erläutert die Zahlen, die im Rahmen des Special Reports erhoben worden sind.

    Klima- und Energiemodellregionen: Mobilitätsfokus und internationales Nachhaltigkeitssiegel

    Die gezielte Koordination aller Akteurinnen und Akteure ist eines der Kernprinzipien der Klima- und Energiemodellregionen [KEM], die durch zielgerichtete Förderung des Klima- und Energiefonds bei der Umsetzung ihrer Klimaschutz-Maßnahmen auf dem Weg in eine fossilfreie Zukunft unterstützt und begleitet werden.

    Großen Erfolg gibt es aktuell aus der KEM Nassfeld-Pressegger See/ Weissensee/ Lesachtal zu berichten: Als erste Region Österreichs hat man einen internationalen Zertifizierungsprozess nach den Kriterien des Global Sustainable Tourism Council erfolgreich abgeschlossen und wird in Kürze das entsprechende Nachhaltigkeitssiegel tragen dürfen. Und die Modellregion Zell am See – Kaprun befindet sich durch umfassende Maßnahmen im Bereich Mobilität am Weg zum internationalen Best-Practice.

    Beide genannten KEMs des Klima- und Energiefonds sind Schwerpunktregionen für nachhaltigen Tourismus und heben sich durch ihre Ambitionen und umfangreichen Maßnahmen von anderen Regionen ab. Sie dienen damit als nationale und internationale Inspiration für Nachahmer. Mehr Informationen zu den Klima- und Energiemodellregionen finden sie HIER.

    Über den APCC Special Report „Tourismus und Klimawandel“

    Der Special Report „Tourismus und Klimawandel“ wurde vom Klima- und Energiefonds in Auftrag gegeben und durch Förderung des Klimaschutzministeriums ermöglicht. Er ist eine umfassende, interdisziplinäre Erhebung des aktuellen Forschungsstands zu den komplexen Beziehungen zwischen Tourismus, Veranstaltungen und Klimawandel. Für den vorliegenden Bericht haben 39 Wissenschaftler•innen führender Forschungseinrichtungen, unterstützt durch ein internationales Team an Begutachter•innen, mehr als zwei Jahre intensiv zusammengearbeitet.

    Das Austrian Panel on Climate Change [APCC] wurde auf Initiative des Klima- und Energiefonds gegründet und vereint renommierte Expert•innen der österreichischen Klimaforschungsgemeinschaft, die regelmäßig den aktuellen Stand der Forschung zum Klimawandel Österreich zusammentragen.

    Ausführliche Informationen zum Bericht sowie das Gesamtwerk, eine Zusammenfassung für Entscheidungsträger•innen und eine technische Zusammenfassung stehen HIER bzw. HIER zur Verfügung.

    (Bilder: AdobeStock, Klima- und Energiefonds/ APA-Fotoservice/ Nadine Bargad (3x))

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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