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    Home»Freizeit & Reise»Internet & Technik»Buddy4All – Plattform bringt Jung und Alt digital besser zusammen
    Das Gesicht eines alten Mannes auf einem Smartphone während eines Videocalls. (c) AdobeStock

    Buddy4All – Plattform bringt Jung und Alt digital besser zusammen

    1. Juni 20225 Mins Lesezeit

    Ein neues europäisches Forschungsprojekt unter der Leitung des AIT Austrian Institute of Technology schlägt eine Brücke zwischen den Generationen, um die soziale Zugehörigkeit von Senior•innen und jungen Erwachsenen zu fördern. »Buddy4All« zielt darauf ab, eine generationenübergreifende, virtuelle und professionelle Unterstützung für ältere und jüngere Erwachsene in einer noch nie dagewesenen Form zu bieten. Es werden ortsbezogene [„location-based“] Mixed-Reality-Spiele und kognitive Trainings entwickelt, um in einem neuartigen und einzigartigen Ansatz effektive Unterstützung und generationenübergreifende Aktivitäten für die geistige und körperliche Gesundheit in Kombination mit allzeitiger Motivation und Spaß zu bieten.

    Das Projekt wird durch das EU-Programm AAL JP und nationale Förderstellen in Österreich [Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG], der Schweiz [Switz Innovation Agency Innosuisse] und Portugal [Fundação para a Ciência e Tecnologia FCT] kofinanziert.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Herausforderungen bei Alt und Jung
    Digitale Plattform »Buddy4All« unterstützt generationsübergreifend
    Wenn die Technik Alt und Jung zusammenbringt
    Die Projektpartner


    Herausforderungen bei Alt und Jung

    Mit der zunehmenden Überalterung der Gesellschaft nimmt die Zahl der allein lebenden älteren Menschen stetig zu. Die Auswirkungen dieses Trends werden durch den Rückgang der geistigen Gesundheit und der körperlichen Fitness noch verschärft, was zu Rückzug, Angst vor dem Ausgehen und schließlich zu sozialer Ausgrenzung und Einsamkeit führen kann. Ältere Menschen fühlen sich oft von der heutigen Technologie überfordert.

    Vielfach haben sie niemanden, der sie bei ihren wiederkehrenden Problemen, zum Beispiel bei technischen Problemen, unterstützt. Die Corona-Krise hat zudem bei älteren Menschen eine Zunahme der Vereinsamung und Isolation bewirkt. Aber auch junge Menschen haben aktuell ihre Probleme. Untersuchungen zeigen, dass die Covid-19 Pandemie vor allem bei Jugendlichen für negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, psychosomatische Beschwerden und Ängste gesorgt hat – bedingt durch Home-Schooling, den stark eingeschränkten physischen Kontakt zu Freunden sowie fehlende Alltagstrukturen.

    Jugendliche, die aus schwierigen Familiensituationen kommen, haben oftmals keine erwachsenen Vorbilder, denen sie vertrauen können.

    Eine junge Frau allein in einem Gang auf dem Boden sitzend den Kopf auf ihren Knien abstützend, Stichwort Buddy4all.(c) AdobeStock
    Die Pandemie hat auch bei vielen jungen Menschen negative Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit. Buddy4all soll dem entgegenwirken und Menschen miteinander verbinden – generationsübergreifend.

    Digitale Plattform »Buddy4All« unterstützt generationsübergreifend

    Buddy4All fördert die geistige und physische Gesundheit, bietet generationenübergreifende Interaktion zwischen jüngeren und älteren Generation, virtuelle persönliche Unterstützung bei alltäglichen Aktivitäten sowie professionelle Unterstützung [zum Beispiel von Sozialarbeiter•innen, Pfleger•innen, etc.] bei sensiblen Fragen. Analog zum Buddy-Prinzip setzt das Projekt auf die Idee, dass Benutzer•innen stets eine•n Begleiter•in und eine Ansprechpartner•in haben.

    Das System inkludiert dabei gleich drei Arten von Buddies:

    • „Real Buddies“ – sowohl jüngere als auch ältere Erwachsene),

    • „Virtual Buddies“ – computerunterstützte Hilfe sowie

    • „Professional Buddies“ – professionelle Pfleger•innen und Sozialarbeiter•innen.

    Das Buddy-System soll unterschiedlicher Funktionalitäten beinhalten, die im Forschungsprojekt gemeinsam mit den potentiellen Nutzer•innen in Workshops entwickelt werden sollen, um eine hohe Benutzerfreundlichkeit und Inanspruchnahme zu erreichen. Damit soll das Projekt sowohl das Wohlbefinden als auch einen aktiven Lebensstil von jüngeren sowie von älteren Erwachsenen verbessern. Mithilfe einer mobilen App und einer neuartigen Mixed-Reality-Brille wird Buddy4All persönliche Unterstützung bieten.

    Buddy4All zielt auf eine generationenübergreifende Verbindung älterer und jüngerer Erwachsener ab und ermöglicht eine generationenübergreifende Interaktion, bei der ältere und jüngere Erwachsene von den Erfahrungen des jeweils anderen profitieren. Dazu gehören „Location-Based“ MR-Spiele, bei denen Jugendliche gemeinsam mit Senior•innen spielen können, die sich an einem anderen Ort befinden. Die Jugendlichen sehen dabei virtuelle Elemente in die Realität eingeblendet und müssen sich dabei in der realen Welt von Ort zu Ort bewegen, um diese zu finden. Senior•innen können auf einem Tablet mitverfolgen was die Jugendlichen sehen und so gemeinsam Rätsel lösen.

    Weiters wird eine Kombination von kognitiven und physischen Training angeboten, um Aktivität und Spaß zu herkömmlichen Gehirntrainings hinzuzufügen. Die Applikation wird durch eine Kombination aus virtueller, professioneller und generationsübergreifender Unterstützung ergänzt. Dies führt einerseits zu dem Gefühl sozialer Zugehörigkeit sowie andererseits zur Förderung der geistigen und physischen Fitness, um das persönliche Wohlbefinden zu erhalten, was zu einem gesunden Lebensstil führt.

    Wenn die Technik Alt und Jung zusammenbringt

    Als Projektkoordinator bringt AIT seine langjähriges Know-how in den Bereichen Bilderkennung, Virtual- und Augmented Reality, Messung von Benutzererfahrungen sowie mit der Entwicklung virtueller Unterstützung und digitalen Trainingsmethoden ein. Elisabeth Broneder, Projektkoordinatorin im AIT Center for Digital Safety & Security: „Im Projekt Buddy4All nutzen wir neuartige digitale Technologien, um ältere, aber auch jüngere Menschen auf unterhaltsame Weise zusammenzubringen und in ihrem Alltag zu unterstützen. Indem beide Zielgruppen auf diese Weise gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren, fördern wir nicht nur die soziale Inklusion, sondern schaffen auch generationsübergreifendes Verständnis füreinander und gegenseitiges Vertrauen.“

    Informatiker Miroslav Sili vom AIT Center for Technology Experience verweist auf den nutzerzentrierten Ansatz und die agile Entwicklung neuartiger digitaler Methoden und Lösungen: „Im Projekt ist uns die Erhebung und die Berücksichtigung von tatsächlichen und akuten Wünschen und Bedürfnissen der zukünftigen Benutzer•innen besonders wichtig. Aus diesem Grund freuen wir uns umso mehr, dass sowohl Senioren- als auch Jugend-Organisationen und Expert•innen am Projekt beteiligt sind.“

    Ein alter Mann neben einem Jungen; beide schauen auf ein Tablett.(c) AdobeStock
    Im Bereich der „modernen“ Technik kann ältere Menschen von jüngeren profitieren. In Puncto Lebenserfahrung ist es umgekehrt. Am Ende steht jedenfalls eine Win-Win-Situation für Jung und Alt.

    Die Projektpartner

    Die Entwicklung von Buddy4All erfordert einen ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz. Expert•innen aus den Bereichen Informatik, Softwareentwicklung, Human-Computer-Interaction, Softwarearchitektur, User Interface Design, Psychologie und soziale Arbeit sind daher an dem Projekt beteiligt.

    Die Projektpartner im Konsortium sind: AIT Austrian Institute of Technology [Projektkoordinator, AR/VR, virtuelle Support-Systeme, Österreich], SALUMENTIS OG [Mental Health Software, Österreich], soultank AG [Human-Centred Design, Schweiz], Kresk Tecnologias de Informação, Lda. [UI und mobile Anwendungen, Portugal], GedächnistrainingsAkademie e.U. [kognitives Training, Österreich], Jugendinitiative Triestingtal [soziale Dienste für junge Erwachsene, Österreich] und terzStiftung [Dienstleister in der Altersarbeit, Schweiz].

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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