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    Home»Pflege & Betreuung»Demenz»Motivieren, aktivieren, stärken – die sieben Stadien einer Demenz
    (c) Pixabay.com

    Motivieren, aktivieren, stärken – die sieben Stadien einer Demenz

    20. Sep. 20174 Mins Lesezeit

    Im Verlauf einer Demenz-Erkrankung nimmt das Ausmaß der kognitiven Beeinträchtigung und damit auch der benötigten Unterstützung im Alltag bzw. bei der Pflege zu. Außerdem verändern sich auch die Symptome der Erkrankung. Entgegen vieler Annahmen sind es in der Regel die Betroffenen selbst, die erste krankheitsbedingte Veränderungen bemerken, auch lange bevor es dem Umfeld bewusst wird.

     

    Die sieben Stadien einer Demenz
    • Stadium 1 beschreibt die normale Funktion der geistigen Leistungsfähigkeit. Hier ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die meisten älteren Menschen keine Probleme mit ihrem Gedächtnis haben.

       

    • Stadium 2 beschreibt subjektive Beschwerden, es besteht jedoch keine Demenz.

       

    • In Stadium 3 bemerkt das Umfeld erste kognitive Ausfälle. Auch depressive Symptome können hier auftreten.

       

    • Der Beginn einer Demenz wird durch den Eintritt in das Stadium 4 gekennzeichnet. Die Defizite beginnen in diesem Stadium die selbstständige Bewältigung des Alltags zu beeinträchtigen. ZB kann es zu Schwierigkeiten beim Kochen, beim Umgang mit Geld oder bei der Bedienung von Elektrogeräten kommen.

       

    • Ab dem Stadium 5 hat eine Person mit Demenz Probleme, den Alltag ohne direkte Hilfestellungen würdevoll zu bewältigen. Jahreszeitliche Veränderungen werden oft nicht mehr erkannt und die Körperhygiene lässt nach.

       

    • Das Stadium 6 führt zu einem Verlust der Fähigkeit, grundlegende Tätigkeiten des täglichen Lebens ausführen zu können. Eine andere Person ist rund um die Uhr zur Begleitung, Betreuung und Pflege nötig. Personen haben in diesem Stadium Probleme, sich selbstständig anzuziehen, die Körperpflege und den Toilettengang durchzuführen. Am Ende dieses Stadiums sind betroffene Personen inkontinent.

       

    • Der Verlust der sprachlichen Fähigkeiten und der Beweglichkeit erfolgt im letzten Stadium der Krankheit: Stadium 7.

    Wie lange ein Stadium dauert, ist von Fall zu Fall verschieden. Stadium 4 wird mit durchschnittlich zwei Jahren angegeben, Stadium 5 mit 1,5 Jahren, Stadium 6 mit 2,5 Jahren, und das Stadium 7 kann bei gutem Allgemeinzustand und guter Pflege an die zehn Jahre und länger dauern. Es gibt Hinweise darauf, dass bei frühzeitigem Ansetzen der Therapien die einzelnen Stadien in ihrer Dauer verdoppelt werden können. Vor allem bei einem frühen Therapiebeginn bedeutet das, dass die frühen Phasen verlängert und die späten, pflegeintensiven Phasen verkürzt werden.

    Stadiengerecht fördern
    Der Kopf eines alten Mannes, der sich diesen mit der Hand hält, Stichwort Demenz. (c) Pixabay.com
    Wichtig ist es, Demenz so früh wie möglich zu erkennen und stadiengerecht zu behandeln.

    Es wird zunehmend wichtiger, Personen mit Demenz in ihrer Alltagsgestaltung zu unterstützen und für (sinnvolle) Beschäftigungsmöglichkeiten zu sorgen. Fixe Termine im Wochen- und Tagesrhythmus helfen bei der Orientierung und geben Struktur. Die Angebote sollten vom Schwierigkeitsgrad her dem jeweiligen Demenzstadium angepasst werden.

    Dieses Prinzip der stadiengerechten Förderung der Demenz ist in der Arbeit der Alzheimerhilfe von essenzieller Bedeutung. Je nach Krankheitsstadium haben Menschen mit Demenz verschiedene Bedürfnisse und Fähigkeiten, die sich in den Trainingsmethoden wiederfinden müssen. Ein genereller Grundsatz im Training der Beschäftigung ist, dass der/die Betroffene weder über- noch unterfordert werden soll. Aufgaben sollten an die kognitiven Fähigkeiten und Ressourcen angepasst sein, wobei Erfolgserlebnisse im Vordergrund des Trainings stehen sollten. Die Personen sollten in ihrem Tun nicht bevormundet oder korrigiert werden. Die Freude an der Arbeit und das persönliche Interesse sind wichtige Bestandteile. Leistungsdruck sollte vermieden werden.

    Mit fortschreitender Erkrankung, etwa ab dem 6. Stadium, sollen alle Sinne und Emotionen miteinbezogen werden. Auch Bewegung ist ein wichtiger Teil des Trainings. Forschungsergebnisse zeigen, dass sich gemäßigtes Ausdauertraining positiv auf die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, die Gesundheit und die Lebensqualität auswirkt. Auch wenn eigenständige, aktive Bewegung nicht mehr durchführbar ist, sollte zumindest passive Bewegung in den Tagesablauf integriert werden. Das Durchbewegen der Gelenke fördert die Beweglichkeit und beugt Versteifungen und Schmerzen vor. Physiotherapeuten oder anderes Fachpersonal können dabei helfen, die richtigen Übungen zu finden. Gut erhaltene Beweglichkeit hilft auch, Stürze zu vermeiden.

    Fünf wichtige Tipps für Patienten und Angehörige
    • Erwerben sie so viel Wissen über Demenz und den Umgang mit dem Betroffenen wie möglich.
    • Holen sie sich rechtzeitig professionelle Hilfe und Unterstützung.
    • Wahren sie die persönliche Würde der betroffenen Person.
    • Versuchen sie, die persönliche Eigenständigkeit des/ der Betroffenen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten.
    • Achten sie auf sich selbst und erhalten sie ihre persönlichen Interessen!
    Zum Schluss noch ein Buchtipp

    Motivieren, aktivieren, stärken. Tipps und Grenzen für Beschäftigung und stadiengerechtes Training mit Menschen mit Demenz

    Auf 156 Seiten liefert der Angehörigen-Ratgeber Hintergrundinfos zur Erkrankung, die helfen, Betroffene zu verstehen und bestmöglich zu unterstützen. Dazu bietet er viele konkrete Beispiele für Beschäftigungsübungen in den verschiedenen Demenzstufen – stadiengerecht, alltagsnah und abwechslungsreich.

    Das Buch soll dazu beitragen, dass sich betroffene Familien besser fühlen und die Krankheit besser bewältigen. Und es zeigt auch, wie gute Unterstützung funktionieren kann. Die vielen praktischen Übungen sollen motivieren, stärken und Spaß machen. Denn letztlich geht es um eines: eine gute Zeit miteinander.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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