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    Home»Pflege & Betreuung»Demenz»Demenz: Gezielte Prävention bei Risikogruppen ist ein gutes Investment
    Hände eines Mannes, der ein Puzzle eines Kopfes zusammen baut. (c) AdobeStock

    Demenz: Gezielte Prävention bei Risikogruppen ist ein gutes Investment

    5. Feb. 20244 Mins Lesezeit

    Maßnahmen zur Prävention von Demenz bei Risikogruppen können nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen selbst verbessern, sondern machen auch volkswirtschaftlich viel Sinn. Das ist die Kernaussage einer jüngst veröffentlichten Analyse der IMC Krems University of Applied Sciences in Zusammenarbeit mit der Universität für Weiterbildung Krems. Darin wird aufgezeigt, dass frühzeitige Prävention bei besonders gefährdeten Personengruppen verhältnismäßig kostengünstig ist und in Folge die Kosten des Gesundheitssystems für Behandlung und Pflege deutlich reduzieren könnte.

    Weitere Erkenntnisse zeigen, dass sogar breit gefächerte Präventionsmaßnahmen bei gut definierten Risikogruppen Kosten sparen können und dass Maßnahmen in mittleren Altersgruppen kosteneffizient sind, wenn Lebensstil-bedingte Risikofaktoren angesprochen werden.

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Beinahe jede•jeder hat Angst vor einer Demenz
    Klarer Effekt der Programme zur Vorbeugung von Demenz
    Optimierte Prävention
    Präventionsprogramme sinnvolles Mittel für die Zukunft


    Beinahe jede•jeder hat Angst vor einer Demenz

    95 Prozent der Allgemeinbevölkerung fürchten sich davor, eine Demenz zu entwickeln. Demenz ist nicht heilbar, umso wichtiger sind gute Behandlungen, Begleitung und Betreuung für die Betroffenen. Dies ist jedoch kostenintensiv und stellt das Gesundheitssystem weltweit – insbesondere vor dem Hintergrund eines immer größeren Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung – vor wachsende Herausforderungen.

    Wenn auch Demenz nicht heilbar ist, gibt es mittlerweile gut belegte Hinweise dafür, dass Prävention wirkt. So zeigen internationale Studien, dass lebensstilbezogene Krankheiten wie Diabetes oder koronare Herzerkrankungen Demenzen fördern. Durch Lebensstiländerungen lassen sich, so die wissenschaftliche Studienlage, mindestens 40 Prozent der Demenzen vermeiden. Aber auch Prävention kostet Geld und bedarf einiger Anstrengungen. Übersteigen die Kosten für solche Präventionsmaßnahmen am Ende vielleicht sogar die eingesparten Kosten durch vermiedene Demenzen? Genau dieser Frage hat sich nun ein Team des IMC Krems und der Universität für Weiterbildung Krems [UWK] gewidmet – und sie eindeutig beantwortet.

    Ein alter Mann, der verwirrt vor einem Kalender steht, eine Hand am Kalender, die andere an seinem Hinterkopf, Stichwort Demenz-Prävention.(c) AdobeStock
    95 Prozent der Bevölkerung fürchten sich davor, an Demenz zu erkranken.

    Klarer Effekt der Programme zur Vorbeugung von Demenz

    „Unsere Analyse zeigt deutlich“, sagt Prof. Alexander Braun vom Institut Gesundheitsmanagement am IMC Krems, „dass Programme zur Vorbeugung von Demenz kostengünstig und kosteneffektiv sein können, wenn sie rechtzeitig einsetzen und klar auf Risikogruppen ausgerichtet sind.“ Und „rechtzeitig“, so das Team bestehend aus Wissenschafterinnen und Wissenschaftern des IMC Krems und UWK, bedeutet dabei: bevor erste Symptome für Demenz klinisch erkennbar werden. In der Studie berücksichtigte Vorbeugemaßnahmen waren dabei unter anderem spezielle Ansätze, die bei Betroffenen die Auswirkungen bestehender Diabetes- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren sowie besondere Verhaltens- und Ernährungsinterventionen.

    Gemeinsam mit Univ. Prof.in Dr.in Stefanie Auer, Dekanin der Fakultät für Gesundheit und Medizin sowie Privatdozentin Dr.in Margit Höfler vom Department für Demenzforschung [beide Universität für Weiterbildung Krems] sichtete Prof. Braun für die nun veröffentlichte Analyse über 3.600 Studien zum Thema. Die Analyse und konnte insgesamt sieben Untersuchungen identifizieren, die vergleichbare Daten enthielten.

    Optimierte Prävention

    Prof. Braun zu den Erkenntnissen dieser umfangreichen Arbeit: „Es zeigt sich, dass Demenzprävention Kosten einspart und darüber hinaus auch die Lebensqualität und Lebensjahre der Risikogruppe erhöht.“ Tatsächlich zeigt die Analyse, dass die Kosten für die untersuchten Interventionsprogramme im Durchschnitt unter 500 EUR lagen – aber bereits einen nachweisbaren Zuwachs an Lebensqualität für die Teilnehmenden lieferten und ein vielfach höher liegendes Kostensparpotenzial für das Gesundheitssystem besaßen.

    Dieses Potenzial würde wohl dann noch höher liegen, so interpretiert das Forschungsteam die Datenlage, wenn die Interventionsprogramme nicht erst in fortgeschrittenem Alter [ab 60, wie in der Mehrheit der ausgewerteten Studien], sondern bereits davor ansetzen würden. Prof. Auer dazu: „Wir wissen bereits aus vielen Studien zur Prävention von Demenz, dass frühzeitige und zielgerichtete Präventionsmaßnahmen, die auf Lebensstilfaktoren abzielen und für die Breite der Gesellschaft ausgerichtet sind, deutlich wirksamer sind als Maßnahmen, die beim ersten Auftreten von Symptomen ansetzen. Nun können wir auch zeigen, dass dieser Zugang auch wirtschaftlich sinnvoll ist.“

    Die Hände eines alten Menschen, die von denen einer Pflegerin gehalten werden.(c) AdobeStock
    Demenzprävention sollte so früh wie möglich eingesetzt werden – jedenfalls schon vor dem ersten Auftreten von Symptomen.

    Präventionsprogramme sinnvolles Mittel für die Zukunft

    Insgesamt zeigt die Studie, dass auf Risikogruppen fokussierte Präventionsprogramme, die in früheren Lebensabschnitten beginnen, die Kosten für den Umgang mit Demenz senken und die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen könnten – und somit ein sinnvolles Mittel für die Zukunft sind, in der mit stark steigenden Zahlen Demenzbetroffener zu rechnen ist.

    (Bilder: AdobeStock)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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