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    Home»Freizeit & Reise»Reisemagazin»Reisekompass 2020: Vorzeichen für das Reisejahr überaus positiv
    Silhouette einer Frau mit Sonnenhut, die vor einem Fenster steht und auf das Meer hinaus blickt. (c) Pixabay.com

    Reisekompass 2020: Vorzeichen für das Reisejahr überaus positiv

    24. Jan. 20209 Mins Lesezeit

    Dem aktuellen Ruefa Reisekompass 2020* zufolge planen 90 Prozent der Österreicher*innen heuer zu verreisen. Früh buchen ist dabei angesagt wie nie. Finanzielle Aspekte spielen heuer eine größere Rolle als in den letzten Jahren. Kreuzfahrten sind aller Vorurteile zum Trotz zu einem fixen Bestandteil der Urlaubsplanung geworden – allerdings nehmen die kritischen Stimmen zu. Umweltschutz und Nachhaltigkeit beeinflussen das Reise- und Buchungsverhalten der Urlauber bisher nur in einzelnen Aspekten.

    Lesen sie hier die sieben spannendsten Ergebnisse des Reisekompass 2020 im Überblick:

    Inhaltsverzeichnis verbergen
    #1 – Der Urlaubswunsch Nr. 1: Erholung und Entspannung
    #2 – Urlaubsvorsätze: Preisbewusst und frühzeitig buchen
    #3 – Fernreisen und City-Trips in internationale Metropolen boomen
    #4 – Schiff Ahoi!
    #5 – Reisetrends von Digital Detox bis Flugabos
    #6 – Ab auf die Schiene!
    #7 – Urlauber laut Reisekompass 2020 bei Umwelt und Nachhaltigkeit im Zwiespalt
    Service

    #1 – Der Urlaubswunsch Nr. 1: Erholung und Entspannung

    Wie bereits erwähnt: 90 Prozent der Österreicher*innen planen 2020 einen Urlaub. 58 Prozent davon werden zwischen einer und drei Wochen verreisen, 23 Prozent nehmen sich sogar mehr als drei Wochen Zeit. Durchschnittlich verbringen die Österreicher*innen 18 Tage im Jahr auf Reisen, wobei im Schnitt 12 Tage davon auf den Haupturlaub entfallen. „Urlaub wird den Österreichern immer wichtiger. Eine Auszeit vom Job und dem Alltag und die Welt entdecken, all das möchte kaum jemand missen“, freut sich Helga Freund, Geschäftsführerin von Ruefa und Vorständin Verkehrsbüro Group.

    Erholung und Entspannung sind – spontan genannt – die Urlaubsmotive Nummer eins. „Immer mehr Menschen leiden an Abgeschlagenheit, starker Müdigkeit und Konzentrationsschwäche im Alltag. Der Urlaub wird als zentrale Möglichkeit gesehen, um die Akkus wieder aufzuladen„, erläutert Stefan Gensasz, Market Research Consultant bei Marketagent.

    Der Wunsch, beim Reisen Neues zu entdecken, liegt auf Platz zwei. Spontan nennen ihn 15 Prozent der Befragten als Hauptgrund. Auf Nachfrage gibt sogar knapp jeder Zweite an, beim Reisen die Welt entdecken zu wollen. 61 Prozent wollen auf Reisen fremde Kulturen kennenlernen und ihren Horizont erweitern, jeder zweite möchte möglichst viele Länder möglichst authentisch bereisen und auch „versteckte“ Orte entdecken.

    Stefan Gensasz, Marketagent.com online reSEARCH GmbH und Helga Freund, Ruefa, bei der Präsentation des Reisekompass 2020. (c) Verkehrsbüro Group/ APA-Fotoservice/ Juhasz
    Stefan Gensasz und Helga Freund präsentieren die Ergebnisse des Ruefa Reisekompass 2020.

    #2 – Urlaubsvorsätze: Preisbewusst und frühzeitig buchen

    Durchschnittlich haben die Österreicher*innen in diesem Jahr 1.620 Euro pro Person für ihre Reisen budgetiert. Nicht enthalten sind hier Reisenebenkosten wie Essen gehen oder Souvenirs kaufen. „Ihr Budget setzen die Österreicher*innen bewusst ein und gehen bei der Reisebuchung sorgsam vor: 2020 bucht bereits jeder Zweite mehr als drei Monate im Voraus„, so Gensasz. Als Grund nennt die Hälfte aller Frühbucher die bessere Verfügbarkeit bei Flügen und Hotels. Für 37 Prozent der Reisenden sind lukrative Frühbucher-Rabatte und auch die finanzielle Vorausplanung dabei wichtig. Vor allem für die jüngeren Generationen ist es heuer wichtig, den Urlaub finanziell vorausplanen zu können – sowohl für die 18 bis 29-Jährigen, als auch die 30 bis 39-Jährigen mit jeweils 44 Prozent.

    Auch für die konkrete Wahl des Urlaubsziels ist der Preis heuer wieder das Hauptmotiv, gefolgt von den individuellen Bedürfnissen der Reisenden. „Deutlich an Bedeutung verloren hat das Wetter in der Urlaubsregion“, erläutert Gensasz. Auf gute Erfahrungen mit Anbietern, Hotels und Destinationen [43 Prozent] setzen vor allem ältere Reisende, während Jüngere zunehmend Wert auf Online-Bewertungen und Empfehlungen im Internet legen [24 Prozent]. Gründe der Sicherheit sind für 29 Prozent ausschlaggebend für die konkrete Buchung.

    #3 – Fernreisen und City-Trips in internationale Metropolen boomen

    Und wohin zieht es die Urlauber? Österreich und die anderen europäischen Länder sind hier top platziert. Über Dreiviertel der Befragten wollen in diesem Jahr in Europa bzw. im benachbarten Ausland urlauben. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Italien, Kroatien, Deutschland, Griechenland und Spanien. Auch Ungarn erfreut sich immer stärkerer Beliebtheit und überholt sogar Ägypten. Die Türkei hingegen verliert wieder in der Gunst der Reisenden und schafft es heuer nicht mehr unter die Top 10 der geplanten Ziele für 2020. 71 Prozent der Studienteilnehmer*innen planen einen Urlaub in der Heimat – bevorzugt in einer Thermenregion, an einem See oder in den Bergen. Beliebtestes Bundesland in Sachen Urlaub ist unangefochten die Steiermark, die ihren Vorsprung vor Salzburg und Kärnten weiter ausbaut.

    So beliebt die Reiseziele Europas auch sind – immer mehr träumen von der Ferne. Ohne finanzielle und zeitliche Einschränkungen würden fast alle Österreicher*innen gerne die große weite Welt bereisen. Die Liste von Traumzielen wird dabei von Fernreise-Klassikern wie den Malediven, den USA, Australien und Neuseeland angeführt. Doch auch der Wunsch nach einer Weltreise ist groß. Weitere Sehnsuchtsziele sind unter anderem Kanada, Hawaii oder die Karibik.

    Ihren Fernreise-Traum in die Tat umsetzen wollen heuer immerhin 28 Prozent der Befragten. Die meisten Urlauber zieht es dabei in die USA, nach Thailand, auf die Malediven, nach Australien oder in die Dominikanische Republik.

    Ganz gleich, in welches Land es die Reisenden auch ziehen mag – jeder Vierte verbringt seinen Haupturlaub 2020 am Meer. Weiterhin populär sind überdies Städtereisen, allerdings nicht als Haupturlaub. Jeder Zweite plant heuer einen City-Trip innerhalb Europas. Doch internationale Städte legen bei der Nachfrage weiter zu: 2020 planen bereits acht Prozent eine internationale Metropole zu bereisen. Die beliebtesten Ziele innerhalb Europas sind Amsterdam, Berlin, München und London. Zieht es die Städtereisenden in die Ferne, führt New York die Beliebtheitsskala an – vor Dubai, San Francisco, Bangkok, Los Angeles und Tokio.

    Ein Paar neben der Tower Bridge in London. (c) Pixabay.com
    London steht traditionell bei der Beliebtheit von Städtereisenden ganz hoch im Kurs.

    #4 – Schiff Ahoi!

    Das Interesse an Kreuzfahrten ist seit Jahren konstant hoch, knapp jeder Fünfte hat bereits eine Kreuzfahrt unternommen. 41 Prozent haben noch keine Erfahrung damit gemacht, aber Interesse daran. Ebenso viele können mit dieser Reiseform hingegen gar nichts anfangen. Doch was sind die Gründe?

    Zum einen haben ökologische Bedenken zugenommen. Zum anderen halten sich hartnäckig die üblichen Vorurteile: So sind die häufigsten Gegenargumente die Befürchtung, dass es an Bord zu laut und überfüllt sein könnte [53 Prozent[, dass die Reisen zu teuer sind [43 Prozent] und zu wenig authentischen Einblick in die bereisten Länder bieten beziehungsweise zu viel Zeit am Schiff verbracht wird [43 Prozent].

    #5 – Reisetrends von Digital Detox bis Flugabos

    Urlaub ohne Technologie und zurück zum Ursprung – in unserer von Social Media & Co. geprägten Zeit ist das Bedürfnis nach einer richtigen Auszeit umso stärker. Entspannung und Ruhe – die Hauptmotive des Urlaubs – sind auch die Reisetrends der Zukunft. Egal, ob man es nun „Back to basic“ oder „Digital Detox“ nennt – der Wunsch, einen Urlaub fernab von Internet und jeglicher Technologie zu verbringen, ist immerhin bei jedem Vierten vorhanden. „Der Kontakt mit Natur und Mensch tritt für viele Reisende in den Vordergrund. Dieses sogenannte ‚Slow Travel‘-Reiseerlebnis besitzt sowohl im In- und Ausland großes Potenzial“, so Freund.

    Ebenfalls am Trendbarometer: Das Interesse an Flugabos ist vor allem bei der jüngeren Generation stark ausgeprägt. Knapp 30 Prozent der unter-39-Jährigen sind daran interessiert – was wiederum dem Bedürfnis, die Welt zu entdecken entspricht, das bei den Jungen besonders stark ausgeprägt ist.

    #6 – Ab auf die Schiene!

    Die Österreicher fahren noch immer am liebsten mit dem eigenen Auto in den Urlaub [49 Prozent]. Das Flugzeug [45 Prozent] liegt bei den meist genutzten Transportmitteln nur mehr knapp hinter dem PKW, die Bahn liegt mit 12 Prozent auf Platz drei, wobei die Zugreise vor allem bei den 18 bis 29-Jährigen sehr beliebt ist.

    Direkt gefragt könnten sich mehr als drei Viertel der Bevölkerung grundsätzlich vorstellen, die Bahn für ihre Urlaubsanreise zu nutzen. Insbesondere für die Anreise innerhalb Europas beziehungsweise für Ziele im benachbarten Ausland wie Deutschland, Italien, die Schweiz und Frankreich ist die Bahn für die Hälfte der Befragten eine attraktive Alternative. Innerhalb Österreichs würden hingegen nur 39,7 Prozent die Bahn nutzen. Geht es in Destinationen außerhalb Europas ist eine Zugfahrt jedoch wenig attraktiv, so dass nicht einmal ein Zehntel die Reiseform in Erwägung zieht.

    Stellt man die Österreicher bei einem hinsichtlich der Leistung und dem Preis identischen Reiseangebot vor die direkte Wahl zwischen Bahn und Flugzeug, so wird der Bahn sowohl im Sommer als auch im Winter innerhalb Europas der Vorzug gegeben. Für alle Urlaubsformen außerhalb Europas wird jedoch das Flugzeug klar präferiert.

    Grafik: beliebte Zugverbindungen innerhalb Europas. (c) Ruefa
    Die Vorteile einer Bahnreise liegen für die Befragten auf der Hand: Neben dem Aspekt des Umweltschutzes beziehungsweise der Nachhaltigkeit punktet die Bahn auch bei der Sicherheit und der Gemütlichkeit.

    #7 – Urlauber laut Reisekompass 2020 bei Umwelt und Nachhaltigkeit im Zwiespalt

    „Die aktuellen Umweltschutz-Debatten haben noch keinen spürbaren Einfluss auf die Urlaubswahl„, fasst es Gensasz zusammen: Während rund 60 Prozent Wert auf Nachhaltigkeit im Alltag legen, sind es im Urlaub nur mehr 45 Prozent. Lediglich 14 Prozent davon legten bei ihrer letzten Urlaubswahl großen Wert auf die Umweltfreundlichkeit des Urlaubs. Und 17 Prozent geben sogar an, bei ihren Reisen wenig bis überhaupt nicht darauf zu achten.

    Das liegt wohl auch an der wahrgenommenen Relevanz der Auswirkungen von Reisen auf das Klima. Die größten globalen Herausforderungen und Umweltprobleme sind nach Ansicht der Befragten die Verschmutzung durch Müll, gefolgt vom Konsum, der Lebensmittelproduktion sowie dem Güterverkehr. Lediglich ein knappes Drittel sieht den Individual- und Reiseverkehr als zentrales Problem im Zusammenhang mit Umweltschutz.

    „Das Reisen ist den Österreichern sehr wichtig, deshalb sind sie hier auch weniger bereit, Kompromisse zu machen„, resümiert Freund. Nur etwa 16 Prozent geben an, sehr auf eine umweltfreundliche Anreise zu achten, 14 Prozent achten auf umweltfreundliche Hotels. Ein sensibilisiertes Reiseverhalten beweisen jedoch 85 Prozent der Österreicher*innen, indem sie angeben, auf bestimmte Reiseziele [eher] zu verzichten, wenn diese sehr überlaufen sind und deren Bevölkerung und Umwelt unter diesem Massentourismus leiden könnte.

    Immer mehr Urlauber [36 Prozent] haben bereits die Erfahrung gemacht, dass eine ihrer Urlaubsdestinationen überfüllt war. Besonders bei den 18 bis 29-Jährigen ist die Wahrnehmung des sogenannten „Overtourism“ stark ausgeprägt, der sich in erster Linie anhand überfüllter Strände, Lokale oder Verkehrsmittel, überteuerter Preise und langer Wartezeiten bei Sehenswürdigkeiten zeigt. Zwei Drittel der Befragten vermeiden bewusst überlaufene Destinationen oder verzichten auf den Besuch touristischer Attraktionen.

    Das Bewusstsein für umweltbewusstes Reisen ist bei Älteren stärker ausgeprägt: Nach eigenen Angaben achten Personen zwischen 60 und 69 Jahren stärker darauf [60 Prozent], als jene zwischen 18 und 29 Jahren [39 Prozent]. Konkret danach gefragt, inwiefern sie bereit wären bei der Reiseplanung Kompromisse einzugehen oder etwa für Flüge mehr zu bezahlen um einen finanziellen Beitrag zu leisten, war die Bereitschaft bei den Jüngeren stärker ausgeprägt. Hingegen sind eher die Älteren bereit, aus Umweltschutzgründen auf bestimmte Destinationen zu verzichten.

    Vor die Wahl gestellt würde übrigens rund jeder Vierte bei zwei vergleichbaren Reiseangeboten in jedem Fall das Nachhaltigere bevorzugen, weitere 57 Prozent würden eher das Nachhaltigere bevorzugen. Mehr wert ist den meisten ein solches Angebot jedoch nur zum Teil: 13 Prozent wären auf jeden Fall bereit, mehr Budget in eine solche Reise zu investieren, 43 Prozent wären eher dazu bereit.

    Service

    *Für die repräsentative Studie befragt Ruefa einmal jährlich Herr und Frau Österreicher nach ihren Reiseplänen und Urlaubsvorlieben. Die Durchführung der Umfrage mit 1.500 Online-Interviews von Personen über 18 Jahren übernahm wie schon in den vergangenen Jahren Marketagent. Die Umfrage fand im November 2019 statt.

    Die Präsentation mit den detaillierten Ergebnissen des Reisekompass 2020 finden sie HIER.

    (Bilder (v.o.n.u.): Pixabay.com; Verkehrsbüro Group/ APA-Fotoservice/ Juhasz; Pixabay.com; Grafik: Ruefa)

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