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    Home»Pflege & Betreuung»Demenz»Demenz – erste Anzeichen, Früherkennung und Risikofaktoren
    Das Gesicht eines nachdenklichen älteren Mannes, der eine Hand vor seinem Mund hält. (c) Pixabay.com

    Demenz – erste Anzeichen, Früherkennung und Risikofaktoren

    24. Okt. 20195 Mins Lesezeit

    Allein in Österreich leiden rund 130.000 Menschen an Demenz, in Deutschland zirka 1,7 Millionen. Und weltweit mehr als 47 Millionen. Demenz ist eine der häufigsten Krankheiten im Alter. Noch immer gibt es kein Heilmittel gegen den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und das quälende Verlöschen der eigenen Persönlichkeit.

    Noch sind nicht alle Demenz-Ursachen bekannt. Allerdings kennt man diverse Risikofaktoren, wodurch sich die Erkrankungswahrscheinlichkeit senken lässt. Und immer neue Therapien und Behandlungsmöglichkeiten können – im Fall des Falles – das Fortschreiten einer demenziellen Erkrankung verlangsamen.

    Scrabble mit den Worten Demenz, Denken und Gedächtnis, wobei bei letzterem das C verrückt ist. (c) Pixabay.com
    Demenzielle Erkrankungen gehören zu den häufigsten bei älteren Menschen.
    Inhaltsverzeichnis verbergen
    Demenz – Warnsymptome ernst nehmen
    Demenz – je früher erkennen desto besser
    Risikofaktoren, die wir selbst beeinflussen können
    Risikofaktoren, die wir nicht beeinflussen können

    Demenz – Warnsymptome ernst nehmen

    Keine Angst. Nicht jedes Vergessen bedeutet gleich, dass sie an Demenz erkrankt sind. Es ist schon ok, wenn wir uns nicht immer alles merken. Trotzdem gibt es ein paar Warnsymptome, bei denen sie – wenn sie vermehrt auftreten – zur Sicherheit ihre Arzt/ Ärztin aufsuchen sollten.

    • Erinnerungslücken und häufige Wiederholungen
      Das Vergessen von nahe zurückliegenden Erlebnissen und/ oder Gesprächen liegt an der Tagesordnung, weil das Einspeichern neuer Informationen dem Gehirn immer schwerer fällt. Das führt oft zu ständigen Wiederholungen von den immer gleichen Fragen, obwohl diese schon x-mal beantwortet wurden.

    • Probleme bei gewohnten Abläufen
      Atypische Störungen äußern sich bei alltäglichen Handlungen wie etwas beim Kochen, Anziehen oder Autofahren. Demenzkranke Menschen bringen dabei immer öfter die Reihenfolge durcheinander – etwa zuerst Gas geben, statt den Gang einzulegen – oder lassen Arbeitsschritte aus: Gemüse nicht putzen bevor es in die Suppe kommt.

    • Sprachstörungen
      Jeder kennt die Situation, wenn einem das Wort auf der Zunge liegt, aber in der Sekunde nicht einfallen möchte. Von Demenz betroffenen Menschen geht es häufig so. Der Unterschied: ihnen fallen zunehmend die einfachsten Worte nicht mehr ein, verwenden unpassende Füllworte, ihre Sätze werden immer kürzer oder sie verwenden Wortschöpfungen wie zum Beispiel Gefrierdings für Kühlschrank.

    • Zeitliche Verwirrung
      Demenz-Patienten verlieren die Fähigkeit des abstrakten Denkens. Das führt unter anderem dazu, dass sie das Zeitgefühl verlieren und Tageszeiten nicht mehr richtig deuten können. So kann es passieren, dass beispielsweise das Abendessen für das Frühstück gehalten wird oder Termine nicht mehr eingehalten werden können.

    • Orientierung
      Zu Beginn äußert sich eine Orientierungsschwäche an unbekannten Orten. Allerdings können sich Demenz-Patienten zunehmend auch an bekannten Orten nicht mehr orientieren und empfinden diese als fremd. Das führt schließlich zu einer starken Unsicherheit, weil man sich letztlich im vertrauten Heim auch nicht mehr zurechtfindet.

    • Stimmungsschwankungen
      Demenziell erkrankten Patienten neigen zu völlig unvorhersehbaren Stimmungsschwankungen, die im Tagesverlauf häufig wechseln.

    • Lustlosigkeit
      Demenzkranke Menschen verlieren oft auch das Interesse an Hobbys und Tätigkeiten, die sie bisher immer gerne gemacht haben. Sie können Arbeiten nicht mehr zu Ende bringen und sind freud- und antriebslos bei jeglicher Art von Aktivität. Oft wird diese Symptomatik der Alzheimerdemenz als „depressive Verstimmung“ abgetan.

    • Verhaltensänderungen
      Starke Veränderungen im Verhalten bzw. in der Persönlichkeit sind oft ein Zeichen für Demenz. Die Betroffenen fühlen sich auf Grund ihrer Krankheit zunehmend unwohl, unsicher und reagieren oft auch mit gegensätzlichen Verhaltensmustern: freundliche Menschen werden aggressiv, laut und aufbrausend, um im nächsten Moment unsicher, weinerlich und ängstlich zu sein.

    • Beeinträchtigung der Urteilsfähigkeit
      Mit dem Fortschreiten der Krankheit werden komplexe Handlungen wie zum Beispiel Bankgeschäfte zunehmend zu einem Probleme. Aber auch vermeintlich einfache Aktionen wie die Wahl der richtigen, zum Wetter passenden, Bekleidung, können nicht mehr alleine bewältigt werden. Ein kurzes T-Shirt im Winter oder Haube und Schal an heißen Sommertagen sind ein Indiz, dass etwas nicht [mehr] stimmt.

    • Verlorene und/ oder falsch abgelegte Gegenstände
      Wie schon erwähnt, jede/ r vergisst schon mal, wo die Brille, der Autoschlüssel oder die Geldbörse liegt. Aber wenn man die Uhr im Kühlschrank, das Handy in der Waschmaschine oder die Hausschuhe im Geschirrspüler findet, sollten die Alarmglocken läuten. Denn dann kann nicht mehr von einer „normalen“ Vergesslichkeit gesprochen werden.

    Demenz – je früher erkennen desto besser

    Bis jetzt haben Forscher noch kein verlässliches Verfahren zur Vorhersage für ein mögliches Auftreten von demenziellen Erkrankungen entdeckt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Krankheit nicht nach einem „Schema F“ abläuft und sich die Symptome von Person zu Person unterscheiden.

    Für die Praxis ist es daher notwendig darauf zu achten, ob bei älteren Menschen ungewöhnliche Verhaltensweisen, sprachliche Konfusionen, häufige Wiederholungen von Fragen oder immer gleiche Erzählungen auftreten. Je früher nämlich eine Demenzerkrankung wie zum Beispiel Alzheimer diagnostiziert wird, desto besser lässt sich der Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.

    In jedem Fall sollte bei Unsicherheiten und dem Vorliegen mehrerer Warnsignale ein Arzt/ Ärztin zur näheren Abklärung zu Rate gezogen werden.

    Ein Topf mit übergehender Milch auf einem Herd. (c) Pixabay.com
    Milch kann jedem mal übergehen. Problematisch und letztlich auch gefährlich wird es, wenn man sich nicht mehr daran erinnern kann, Milch auf den Herd gestellt zu haben.

    Risikofaktoren, die wir selbst beeinflussen können

    Folgende Lebensumstände und Grunderkrankungen sind keine ursächlichen Auslöser der Erkrankung. Sie können aber nachweislich das Risiko für Alzheimerdemenz erhöhen und werden daher auch als sogenannte „Demenztreiber“ bezeichnet.

    • Bewegungsmangel erhöht das Alzheimerrisiko – #BewegungISTgesund

    • Diabetes mellitus Typ II Patienten haben eine höhere Erkrankungsrate als Nichtdiabetiker.

    • Bluthochdruck im mittleren Lebensalter ist verbunden mit erhöhtem Alzheimerrisiko.

    • Übergewicht im mittleren Lebensalter ist verbunden mit erhöhtem Alzheimerrisiko.

    • Raucher haben ein erhöhtes Alzheimerrisiko.

    • Depression

    Generell kann man sagen, dass sich ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung und aktiven Sozialkontakten positiv darauf auswirken, nicht an Demenz zu erkranken.

    Außerdem verringern Bildung und lebenslanges Lernen das Alzheimerrisiko, da sich geistige Aktivität günstig auf die Hirnfunktion auswirkt.

    Untersuchungen gehen davon aus, dass bis zur Hälfte aller Alzheimer-Demenz-Fälle vermeidbar wären, würde man mehr auf die beeinflussbaren Risikofaktoren achten.

    Risikofaktoren, die wir nicht beeinflussen können

    Neben den beeinflussbaren Risikofaktoren für demenzielle Erkrankungen gibt es aber auch noch welche, die wir nicht direkt beeinflussen können. Dazu gehören

    • das Alter an sich – ab dem 60. Lebensjahr verdoppelt sich die Häufigkeit von Demenz alle fünf Jahre,

    • genetische Veranlagung sowie

    • das Geschlecht – Frauen sind eher demenzgefährdet als Männer.

    (Bilder: Pixabay.com)

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    Thomas Kumhofer
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    Thomas Kumhofer denkt das Älterwerden seit über zehn Jahren neu. Als Kopf hinter „AlterNEUdenken“ schickt er den klassischen Ruhestand in Rente: Statt auf Häkeldeckchen und Couching setzt er auf Aktives Altern und neuronale Abenteuer. Mit Expertise und Neugier beweist er, dass die beste Zeit für neue Expeditionen – im Kopf oder auf der Weltkarte – genau jetzt ist.

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